Zwischen Kelten und Römern: Langzeitarbeitslose findet im Museum wieder Anstellung

Ingolstadt/Manching (intv) Sie haben es bei der Jobsuche wahrlich nicht leicht. Langzeitarbeitslose gelten als schwer vermittelbar, in der Region sind es ein Fünftel aller Arbeitssuchenden. Oft genanntes Manko: geregelte Arbeitszeiten würden nicht eingehalten, befristete Anstellung oder sogenannte Ein-Euro-Jobs sind die Folge. Durchhaltevermögen, Einsatzwillen und Unterstützung der Arbeitsagentur sind entscheidend, um den Weg zurück in die Berufswelt zu meistern. Die 62-jährige Valentina Bastron hat es geschafft und zwischen Kelten und Römern eine neue Arbeitsstätte gefunden. Sie ist dafür verantwortlich, dass das Museum im Glanz erstrahlt. „Die vorherige Reinigungskraft hat gesagt, sie geht in Rente und ich wollte den Platz. Ich freue mich ehrlich, dass ich den Job habe, das ist mein zweites Zuhause“, so Valentina Bastron. Neben der gründlichen Reinigung von Vitrinen ist Valentina Bastron für die Beleuchtung der Exponate zuständig und springt am Wochenende als Aufsicht ein. Die Arbeitsagentur hat zwischen der 62-Jährigen und der Museumsleitung vermittelt. Wolfgang David erinnert sich noch genau an die erste Begegnung vor mittlerweile vier Jahren. „Am Anfang war sie innerlich sehr verunsichert und dann hat sie immer mehr selbstständig Verantwortung übernommen und das ist eigentlich ein wunderschöner Prozess geworden. Und dann hat sich das so ergeben, dass hier ein Stundenkontingent frei wurde, sodass wir Frau Bastron ab 1. März auf 27 Stunden pro Woche unbefristet beschäftigen konnten, wo wir sehr dankbar sind. Weil Frau Bastron, die unsere Goldschatzvitrinen poliert, ist auch ein Goldstück bei uns im Museum geworden.“

Bis zu ihrem persönlichen Happy End musste Valentina Bastron viele Schicksalsschläge hinnehmen, jahrelang pflegte sie ihre Mutter. Nach dem Tod ihrer Bezugsperson 2007 fiel die gebürtige Kasachin in ein tiefes Loch der Depression. Langzeitarbeitslosigkeit war die Folge. Bastrons Biografie – kein Einzelfall: „Wir spüren, dass sich vor allen Dingen die Langzeitarbeitslosen und die Älteren schwerer tun, eine Arbeit zu finden. Nur um es in Zahlen festzumachen, mehr als ein Drittel der Arbeitslosen in der Region sind älter als 50, mehr als ein Fünftel sind langzeitarbeitslos“, berichtet Peter Kundinger, Sprecher der Arbeitsagentur Ingolstadt. Seit Museumseröffnung 2006 hat Leiter Wolfgang David bereits mehreren Härtefällen eine Chance gegeben. Angesichts Valentina Bastrons Fleiß und Einsatzwillens wird er diese Entscheidung wohl auch nicht bereuen.