Zweite Haut für Schrobenhausener Kanal

Schrobenhausen (intv) Kanalsanierung mal anders: In Schrobenhausen wird derzeit der Abwasserkanal am östlichen Bürgermeister-Stocker-Ring erneuert. Zum Einsatz kommt das so genannte Schlauchlining-Verfahren. Dabei wird ein mehrere hundert Meter langer Kunststoffschlauch aus Synthesefaser mit Hilfe von Wasserdruck in den Kanal eingebracht und dort verhärtet. „Der Liner fügt sich wie eine zweite Haut von innen an das alte Kanalmauerwerk an und dichtet Risse und andere Schäden nahtlos ab“, so Jan Arz von der Aarsleff Rohrsanierung GmbH, die die Renovierungsarbeiten durchführt.

Gestern wurde der erste Teilabschnitt der Straße zwischen Thiersplatz und Schleifmühlweg mit dem Schlauch bestückt. Der zweite Teil bis zum Alten- und Pflegeheim St. Georg folgt am 27. August. Ab 1. September kann der Kanal wieder vollständig in Betrieb gehen. Die Kosten für die Reparaturarbeiten liegen bei rund 650.000 EUR.

„Wir haben uns für diese Sanierungsmethode entschieden, weil sie viel kostengünstiger und effizienter ist als offene Baumaßnahmen“, erklärt Thomas Schneider, Vorstand der Stadtwerke Schrobenhausen. Ein Aufreißen des kompletten Kanalbereichs hätte monatelange Verkehrssperren zur Folge gehabt. Zudem sei der Baumbestand des Stadtwalls gefährdet gewesen. „Außerdem weiß man nie, auf welche archäologischen oder militärischen Relikte man bei Grabungsarbeiten stößt“.

In Deutschland existiert das Schlauchlining-Verfahren bereits seit über 40 Jahren; jährlich werden damit über 1.200 km Kanal renoviert. Im Schrobenhausener Ortsteil Edelshausen wurde die Technik bereits erfolgreich eingesetzt.