Zwei Jahre auf Bewährung für Neuburger Schläger-Brüder

Ingolstadt (intv) Zwei Brüder schlagen vor einem Restaurant brutal auf einen Mann ein und hören auch dann nicht auf, als der wehrlos am Boden liegt. Ein Szenario, das sich im September vergangenen Jahres in Neuburg abgespielt hat. Vor dem Landgericht Ingolstadt läuft seit einigen Wochen der Prozess, heute wurde das Urteil verkündet. Zwei Jahre auf Bewährung – eine Strafe, die das Gericht für angemessen und ausreichend hält. Die Staatsanwaltschaft hatte die beiden Brüder aus Neuburg urpsrünglich wegen versuchten Totschlags angeklagt, im Laufe des Prozesses stellte sich aber heraus, dass keine Tötungsabsicht vorlag. Denn das Gericht musste auch den Auslöser der Schlägerei berücksichtigen, der immer wieder in den Mittelpunkt der Verhandlung rückte. Das spätere Opfer Sergej J. hatte einen der Brüder mit einem Küchenmesser angegriffen und verletzt. Erst danach haben die beiden Neuburger den Messerstecher verfolgt und brutal zusammen geschlagen. Richter Jochen Bösel: „Wir können die Tat nicht isoliert von der Vorgeschichte betrachten.“ Das Gericht kam deshalb zu dem Schluss, dass die Angeklagten dem Opfer einen Denkzettel verpassen, aber nicht töten wollten. Außerdem schwebte Sergej J. nie in konkreter Lebensgefahr – das Gericht hat die beiden Brüder deshalb wegen gefährlicher Körperverletzung, aber nicht wegen versuchten Totschlags verurteilt. Außerdem dürfen die Schläger Sergej J. nicht mehr als 50 Meter annähern  – nicht nur zum Schutz des Opfers sondern auch zum Selbstschutz, so Bösel.