Zwei Hochkulturen auf Augenhöhe

Ingolstadt (intv) Die Elite europäischer Universitäten macht sich im 17. Jahrhundert auf Mission nach China auf. Sie lernten in kürzester Zeit die chinesische Sprache, die Kultur, durchschritten hierarchische Mandarinsränge bis hin zu hohen Staatsministern des Kaisers. All die Anstrengung um den christlichen Glauben, aber auch um europäisches Wissen über Mechanik oder Astronomie ins Reich der Mitte zu verbreiten und im Gegenzug die chinesische Philosophie nach Euroopa zu tragen.

Eine Ausstellung im Bayerischen Armeemuseum zeichnet das geschichtliche Projekt nach, die Charaktere, die Persönlichkeiten und das Genie jedes Einzelnen. Initiator Gerd Treffer den Jesuitenfriedhof in Peking mit seinen 63 Grabmalen und 63 Schicksalen bei der 1. Delegationsreise von Ingolstadt nach China fotografiert und dokumentiert. Die einzelnen Schicksale lassen ihn nicht mehr los, er begann zu recherchieren. „Unter den Jesuiten waren auch eine Reihe von Deutschen. Darunter eben drei, die ganz berühmt geworden sind, als Direktoren der kaiserlichen Sternwarte, die an der Ingolstädter Universität entweder ihre Ausbildung erfahren hatte, oder die hier auch als Professoren tätig waren. Einer der Berühmtesten war Pater Kaspar Kastner“, erklärt Gerd Treffer.

Einer der wenigen, die zurückkamen nach Europa. Auch Eichstätter Studenten haben im Rahmen eines Seminar an der Theologischen Fakultät der KU an den Schicksalen der Jesuiten in China geforscht. Die Ausstellung ist vom 12. Juli bis 20. November zur Besichtigung im Bayerischen Armeemuseum offen.