zur sache: OB-Kandidaten im Interview

Ingolstadt (intv) Der Kommunalwahlkampf startet in die heiße Phase. Bevor in gut einer Woche das Plakatieren beginnt, haben sich die OB-Kandidaten der ödp, der Freien Wähler und der Bürgergemeinschaft zu den Themen Innenstadt, Kongresszentrum und Verkehr geäußert.

Peter Springl von den Freien Wählern sieht durchaus, dass die Innenstadt in letzter Zeit etwas vernachlässigt wurde. In sechs Jahren jedoch werde das Kongresshotel die Innenstadt beleben und die Sanierung der Theresien- und der Ludwigstraße das Stadtbild verbessern, so Springl.

Raimund Köstler von der ödp sieht die Altstadt als nicht attraktiv genug an. Die Kunst und Kultur müsse gefördert werden und das Parken in der Innenstadt müsse reduziert werden, so Köstler.

Christian Lange von der Bürgergemeinschaft möchte die Innenstadt gleich komplett neu planen. Zudem sollte der ÖPNV aus der Innenstadt herausgenommen werden, so Lange.

Neben dem öffentlichen Personennahverlehr hat sich die Bürgergemeinschaft vor allem den Protest gegen das Kongresszentrum zum Wahlkampfthema gemacht. Langes erster Schritt als Ingolstädter Oberbürgermeister wäre, die Planungen für das Kongresshotel sofort einzustellen.

Die Freien Wähler hingegen haben sich schon immer für das Kongresshotel ausgesprochen. Sie sehen der endgültigen Umsetzung des großen Bauprojekts erwartungsvoll entgegen.

Die ödp ist grundsätzlich zwar für das Kongresszentrum, jedoch sollte die Größe und der Standort des Kongresshotels noch einmal überdacht werden. Die Insolvenz des Investors sei nun die Möglichkeit noch einmal alles zu überdenken, so Raimund Köstler.

Ein weiteres zentrales Wahlkampfthema ist der Verkehr. Jedes Jahr ziehen durchschnittlich 1.300 neue Menschen nach Ingolstadt, was wiederum rund 880 zusätzliche Autos auf den Straßen zur Folge hat. Für eine Verkehrsentlastung haben die Parteien klare Lösungsvorschläge entwickelt.

Die Freien Wähler möchten eine neue Donauquerung in n Form eines Tunnels unter dem Auwald hindurch realisieren. Dies schädige dem Auwald nicht und wäre durchaus finanzierbar, so der OB-Kandidat der Partei.

Die ödp lehnt diesen Vorschlag jedoch kategorisch ab. Die Partei möchte hingegen eine Verlagerung des Verkehrs auf Schienen, Busse und Radfahrer erreichen. Hierfür müssten die Radwege besser ausgebaut und eine Stadtbahn geschaffen werden, so Raimund Köstler.

Die Bürgergemeinschaft möchte den Verkehr durch eine Stärkung des ÖPNV verringern. Sie streben an, dass alle Ingolstädter ein Jahr lang kostenlos mit dem Bus fahren können.

Profil zeigen und zu brisanten Themen eindeutig Farbe bekennen. Das soll die Freien Wähler, die ödp und die Bürgergemeinschaft von SPD und CSU abgrenzen. Ob sie diesen so einige Wähler streitig machen können entscheiden die Ingolstädter bei der Wahl am 16. März.