zur sache: Die OB-Kandidaten im Interview

Ingolstadt (intv) Für die FDP war das Superwahljahr 2013 alles andere als super. Für die Kommunalwahl 2014 soll frischer Wind aufkommen. Den soll OB-Kandidat Karl Ettinger in den Wahlkampf bringen. So soll es nach dem historischen Tief für die Partei wieder aufwärts gehen. Der vierfache Familienvater ist momentan in Elternzeit und kümmert sich darum, die Kinder in die Schule und zum Sport zu bringen.

Die Grünen schicken Barbara Leininger in den Kampf um den OB-Sessel. Sie wohnt mit ihrer Familie seit beinahe 20 Jahren in Ingolstadt. Die Lehrerin ist seit 2002 für die Grünen im Stadtrat.

Jürgen Siebicke ist der OB-Kandidat der Linken. Er ist 45 Jahre alt, verheiratet und hat einen dreijährigen Sohn. Von Beruf ist er Technischer Einkäufer.

Die OB-Kandidaten müssen sich im Wahlkampf natürlich auch mit kommunalpolitischen Themen auseinandersetzen. So gab es für die hohe Verkehrsbelastung in Ingolstadt bisher die verschiedensten Lösungsvorschläge, die sich vor allem um eine neue Donauquerung drehen. Doch es gibt auch andere Ideen.

Die Linken möchten den ÖPNV attraktiver machen. Sie sprechen sich daher für niedrigere Preise aus. So soll es ein Jahresticket für alle geben, das nur 120 Euro kosten soll. Zudem sprechen sie sich für eine Stadtbahn aus.

Auch die Grünen möchten eine Stadtbahn, die aber auch gleichzeitig eine Umlandbahn sein soll. Es soll nicht nur bei Audi, sondern auch am Gießereigelände Haltestellen hierfür geben.

Die FDP setzt dagegen auf eine neue Umgehungsstraße zur Verkehrsentlastung. Diese soll die B13 aus dem Stadtgebiet verlagern.

Die Nutzung des Gießereigeländes für den Bau eines Kongresszentrums in Verbindung mit einem Kongresshotel wird im Wahlkampf ebenfalls viel diskutiert. Dass die Stadt ein Kongresszentrum benötigt, darin sind sich die drei Parteien einig. Der Standort direkt neben der Altstadt ist jedoch heftig umstritten.

Die Grünen möchten zwar ein Kongresszentrum haben, jedoch kein Kongresshotel. Dieses würde durch die enorme Größe die Altstadt verschandeln, so Barbara Leininger.

Die Linken wollten das Gießereigelände von Anfang an anders nutzen. Sie wollten es für die Studenten zur Verfügung stellen. Ihr Konzept war und ist „Leben und wohnen auf dem Campus“. Dies hätte, so Jürgen Siebicke, zur Belebung der Innenstadt beigetragen.

Karl Ettinger von der FDP möchte nicht den Standort sondern die Anordnung der Gebäude ändern. Das Kongresshotel sollte nach hinten verschoben werden und das Kongresszentrum nach vorne. Damit würde man einen schönen Akzent an der Donau setzen, so Ettinger.

Wahlkampfthemen gibt es in einer Großstadt wie Ingolstadt also genug. Und gekämpft wird mit allen Mitteln. Nach dem gescheiterten Bürgerantrag der Bürgergemeinschaft zum Gießereigelände startet nun die FDP ein Bürgerbegehren im Bezug auf eine neue Donauquerung. Und dies wird sicher nicht der letzte taktische Spielzug sein, den die Parteien in den nächsten Wochen bis zur Wahl am 16. März machen werden.