zur sache: Busverbindung über Staustufe wird konkreter

Ingolstadt (intv) Im Wahlkampf vor der Kommunalwahl im März waren sich die Parteien in einem Punkt beinahe einig: Eine vierte Donauquerung würde die prekäre Verkehrssituation deutlich entlasten. Nun ist eine mögliche Lösung in Sicht, ein Gutachten ist bereits eingeleitet. Es wird geprüft, ob die Ingolstädter Staustufe als Querung zumindest für Busse und Rettungswagen in Frage kommt und in welcher Form. Die Schnellverbindung von den Wohnsiedlungen im Süden und dem wirtschaftlichen Norden – für Oberbürgermeister Christian Lösel bereits Chefsache: „Wir sind hier gleichzeitig mit den Grundstückseigentümer Betonbau im Gespräch, dass wir dessen Grundstück erwerben können, hier sind die Verhandlungen abgeschlossen. Wir sehen einem Notartermin entgegen und hoffen damit die entsprechende Verbindung herstellen zu können“, berichtet Lösel. Eine große Chance für den ÖPNV: Die Stadt und die INVG haben da selbstredend auch den größten Arbeitgeber Audi im Blick. Eine Zeitersparnis würde viele neue Passagiere generieren. Das Thema ist indes nichts Neues: Die jetzt verfolgte Idee stammt ursprünglich aus der Feder der SPD.“Wir kämpfen dafür schon seit 2010, damals wurde es im Stadtrat noch abgelehnt von der Mehrheit CSU und Freie Wähler. Aber jetzt, der neue Oberbürgermeister Dr. Lösel hat das eingesehen und kümmert sich darum, Gott sei Dank und verfolgt unseren Plan und es scheint jetzt etwas zu werden“, freut sich Stadtratsmitglied Anton Böhm (SPD). Böhm schwebt eine Stegverbreiterung vor, sodass Fahrradfahrer und Fußgänger weiterhin unbeeinträchtigt die Staustufe passieren können.

Auch die INVG prüft derzeit fleißig: Eine ganz neue Buslinie wäre nötig, es wurde bereits ein Fahrgastpotenzial von vier bis 5.000 Passagieren ermittelt. Hans-Jürgen Binner von der INVG hat bereits einen konkreten Streckenplan im Kopf: „Die Fahrt sollte westlich des Schulzentrums Südwest durch Haunwöhr erfolgen. Die genauen Haltestellen sind noch nicht festgelegt, aber von dort aus dann über die Staustufe nach Norden über die Antoniusschwaige und von dort weiter über die Permoserstraße zur Audi. Wir hätten dann die Möglichkeit, dass wir an der Degenhartstraße/Schatzgerstraße den Umstieg zum Klinikum gewährleisten könnten“, erklärt Binner. Als zusätzliche Haltestellen könnte er sich den Baggersee und die Antoniusschwaige vorstellen. Hier trifft er auf deutlichen Gegenwind der FDP: „Den ÖPNV am Baggersee vorbeizuführen, durch eines der schönsten Naherholungsgebiete, davon halte ich überhaupt nichts. Es ist eine Verlagerung innerstädtischen Verkehrs, aus meiner Sicht gibt es keine Alternative dazu, den Verkehr weitläufig um Ingolstadt herum zu führen, sprich eine Umgehungsstraße im Ingolstädter Westen an Gerolfing vorbei, mit einer Donauquerung bei Gerolfing“, so Stadtratsmitglied Karl Ettinger.

Die Planungen für die Staustufe nehmen indes konkrete Formen, auch Kraftwerkbetreiber E.ON soll bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert haben. Bei den Kosten hält man sich allerdings noch bedeckt. Bis Ende Oktober soll das Gutachten auf dem Tisch liegen, dann wird der Stadtrat über die möglichen Ansätze diskutieren. Eine vierte Donauquerung auch für Autos bleibt wohl noch weiterhin Zukunftsmusik.