Zugunglück in Bad Aibling: Auch lokale Politiker sagen Aschermittwochveranstaltungen ab

Ingolstadt (intv) Es wäre das 39. Fischessen des CSU-Kreisverbands im Peterwirt gewesen. Martin Dick alias Bruder Barnabas hätte wie immer spitzfindig politische Seitenhiebe verteilt und derbleckt. Nicht so in diesem Jahr: „Die Ereignisse, die an Tragik fast nicht zu überbieten sind, verbieten es, dass man einen traditionellen Aschermittwoch macht. Weil ich denke, dass dieser Termin seit Jahrzehnten immer auch noch einen Hauch Bierzeltcharakter hat und politischen Faschings , obwohl die Aussagen ja durchaus ernst sind, aber es gehört auch dazu, dass man etwas schärfer formuliert und das ist nach so einem Unglück unpassend“, betont Hans Süßbauer, Vorsitzender des CSU-Kreisverbands Ingolstadt.

Die Entscheidung sei schnell getroffen worden. Horst Seehofer habe laut Medienberichten den ersten Schritt getan und die Veranstaltung in Passau abgesagt. Dann folgten die anderen Parteien dieser Entscheidung.

So auch in Ingolstadt, die Kreis-SPD wird ihr Fest in Oberhaunstadt ebenfalls nicht durchführen: „Das war letztendlich eine Bauchentscheidung. Das passt jetzt einfach nicht, wir leben in einer Zeit, in der man sich schon ein bisschen daran gewöhnt, dass Menschen woanders umkommen und wir trotzdem weiterfeiern, aber das muss jetzt einfach nicht sein“, so SPD-Kreisvorsitzender Marcel Aigner-Spisak.

Beide Kreisverbände ziehen Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt als Entschädigung für die betroffenen Gastronomen in Erwägung. Die Veranstaltungen der FW, der FDP und der Linken sind ebenfalls abgesagt. Einzig und allein die Grünen halten ihre geplante Lesung zur Biographie Sepp Daxenbergers ab.