Zu viel Blech

Neuburg a.d. Donau (intv) Sie wird nicht selten als Schmuckstück aus der Renaissance bezeichnet: Die Obere Altstadt mit ihren prächtigen Häuserfassaden ist eines der Aushängeschilder Neuburgs. Doch genau an diesem historisch trächtigen Ort herrscht seit Jahren ein erbitterter Kampf – um Stellplätze. Die Anwohner finden nun, auf Initiative des neuen Verkehrsreferenten, Gehör im Rahmen einer offenen Diskussionsrunde im Stadttheater. Denn die etwa 270 öffentlichen Parkplätze reichen neben den 150 privaten bei weitem nicht aus, rechnet Birgit Peter-Fest, Leiterin des Ordnungsamtes vor.

Doch viele stören sich nicht am Mangel, sondern an der Organisation: „Wir brauchen eine Regelung zusammen mit der Stadtverwaltung, wir brauchen auch eine Regelung für die Veranstaltungen und dringend eine Regelung für uns Altstadtbewohner. Es geht in jeder größeren Stadt mit Anwohnerausweis, warum nicht bei uns?“, fragt Norbert „Noppo“ Heine in die Runde im gut gefüllten Stadttheater. Er wohnt seit 15 Jahren in der Altstadt.

In eine ähnliche Richtung will auch Verkehrsreferent und Initiator der Diskussionsrunde, Bernhard Pfahler gehen: „Ich nehme jetzt nur ein grobes Zeitfenster, als Beispiel, wo ich mir vorstellen kann, in bestimmten Bereichen zwischen 18 Uhr und 6 Uhr früh dürfen nur Bewohner dort parken. Aber man muss natürlich dazu sagen, bei diesen Zahlen zum Verhältnis Bewohner und zugelassene Fahrzeuge in der Oberen Altstadt, da gibt es kein Anrecht auf einen Parkplatz.“

Kleine Lösungen finden auch schnell Gehör beim Stadtoberhaupt, zu größeren Maßnahmen hat der OB eine klare Antwort: „Ich kenne ja diese Vorschläge, Kavernengarage, 300 Stellplätze unter dem Stadtberg, mit dem Aufzug nach oben, interessante Idee. Wir sprechen hier aber von Investitionen von 20 bis 30 Millionen Euro, immense Summen. Wenn man die auf einen einzelnen Stellplatz umrechnet, kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass es einfach Unfug ist, da schießen wir mit Kanonen auf Spatzen“, so Oberbürgermeister Bernhard Gmehling (CSU).

Ausweichparkflächen, beispielsweise am Brandl mit Aufgang in die Altstadt, werden derzeit geprüft, so Gmehling. Ergebnis des Abends: Die Vorschläge der Anwohner werden nun zusammengetragen. Verkehrsreferent Bernhard Pfahler versprach den Anwesenden, diese Liste zeitnah mit dem Verkehrsausschuss aufzuarbeiten.

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar