„Zu faul zum Streiten“

Ingolstadt (intv) Er wirkt ruhig, kontrolliert, fast schon gelassen. Der 25-Jährige auf der Anklagebank beschreibt sich als selbstbewusst, kontaktfreudig und so wörtlich, „zu faul um zu streiten“.
Wie es in seinem Inneren tatsächlich aussieht, das wollten die Gutachter Béla Serly und Günter Lauber herausfinden. Heute haben Sie Ihre Ergebnisse dem Schwurgericht vorgestellt.
Aus den psychologischen und psychatrischen Gutachten geht unter anderem ein IQ im oberen durchschnittlichen Bereich hervor, sowie ein normales Aggressionsverhalten.

Insgesamt noch drei Verhandlungstage sind für den Mordprozess um die 22-jährige Anastasia anberaumt, ein Ende ist mit den Plädoyers kommenden Donnerstag in Sicht.
Was geht in einem Menschen vor, der einer hochschwangeren Frau brutal den Schädel einschlägt  und anschließend in die Donau wirft? Genau das wird dem Angeklagten Christian A. aus Großmehring nänmlich vorgeworfen.
Der gelernte Koch und Bundeswehrsoldat wuchs in gefestigten Verhältnissen, im Kreis der Familie auf. Anastasia lernte er während seiner Tätigkeit im Theaterrestaurant in Ingolstadt kennen.
Er sei erleichtert gewesen, laut Vaterschaftstest nicht der Vater von Anastasias Ungeborenem Kind zu sein. Er empfinde nichts für die Tote, er habe ein rein sexuelles Verhältnis mit ihr gehabt.
Der wegen Mordes angeklagte junge Mann bestreitet die Tat bis heute.
Beide Gutachter schließen eine Persönlichkeitsstörung aus, der Angeklagte sei voll und ganz schuldfähig.