Zeuginnen brechen in Tränen aus

Ingolstadt (intv) Durch eine zufällige Routinekontrolle westlich von Barcelona sind spanische Behörden im April dieses Jahres auf Heinz Josef M. gestoßen und nahmen ihn fest. Denn der 64-Jährige wurde per internationalem Haftbefehl gesucht: Er steht unter dem dringenden Verdacht, im August vergangenen Jahres einen 67-Jährigen Rentner aus Ingolstadt getötet zu haben. Heute am zweiten Verhandlungstag vor dem Ingolstädter Landgericht wurden Zeugen vernommen, darunter Polizisten, die die Auslieferung des mutmaßlichen Täters von Spanien nach Deutschland betreuten. Während des Fluges soll der Angeklagte Heinz Josef M. von einer gebrochenen Zahnprothese gesprochen haben, sie sei angeblich der Auslöser des Streits gewesen. Vor Gericht schweigt der Angeklagte jedoch beharrlich, sitzt reglos da und starrt vor sich hin. Er bleibt sogar teilnahmslos, als zwei Nachbarinnen, die ein enges Verhältnis zu dem Rentner hatten, im Zeugenstand in Tränen ausbrachen. „Er war wie ein Ersatzopa für mich“, beschreibt eine 17-jährige Zeugin den Senior. Der Prozess zieht sich noch mindestens bis in den Dezember, der nächste Termin ist bereits für Donnerstag, den 7. November, angesetzt.