Zeitreise ins Schrobenhausen des 15. Jahrhunderts

Schrobenhausen (intv) Eine Zeitreise ins 15. Jahrhundert muss nicht immer nur Schwertkämpfe und schwarze Ritter zum Gegenstand haben: Auf einer historischen Stadtführung konnten Kinder in Schrobenhausen jetzt Eindrücke aus längst vergangenen Tagen gewinnen. Ein Marsch über den Stadtwall mit seinem alten Baumbestand gehörte ebenso dazu wie die Besichtigung der Stadtpfarrkirche und ein Abstecher in die kleinen Wehrtürme der Stadtmauer.

„Wir wollen den Kindern die Relikte des späten Mittelalters zeigen, die sich hier in Schrobenhausen noch finden“, so Jutta Borchardt vom Landsknechtverband „Faendl Hochprand“. Der Verein hatte die Ferienaktion in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring Neuburg-Schrobenhausen organisiert. „Besonders angetan waren sie von der Stadtmauer, aber auch vom Alten Friedhof“, so Landkreisgästeführerin Maria Weibl. Dort fanden die Kleinen unter anderem das Grab von Franziska Umfahrer – der Namensgeberin ihrer Grundschule, die sich zu Lebzeiten ebenfalls stark für die Erhaltung des historischen Stadtbildes eingesetzt hatte.

Anschließend ging es in den rund 600 Jahre alten Pflastererturm, in dem sich heute die Mitglieder des Landsknechtverbandes ihr Lager eingerichtet haben. Dort konnten die Kinder alte Schwerter und Hellebarden aus der Nähe bestaunen und einen guten Schluck „Gänsewein“ aus zeitgenössischen Krügen zu sich nehmen. Bei den Ritterspielen vor der Stadtmauer durften die Kids dann ihr Geschick in Sachen Ringestechen und Bogenschießen beweisen.

Auch Erwachsene können einen Teil der Schrobenhausener Stadttürme von innen anschauen: Der Pflastererturm zum Beispiel hat jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Turmbegehungen sind nach Anmeldung bei den Stadtführern möglich. Ein Prospekt mit Kurzportrait der 12 erhaltenen Wehrtürme wird zum Download angeboten.