Zehn Jahre Straßenambulanz St. Franziskus

Ingolstadt (intv) Die Straßenambulanz St. Franziskus in Ingolstadt feiert Jubiläum. Bereits seit zehn Jahren helfen Bruder Martin Berni und seine Mitarbeiter bedürftigen Menschen mit Essen, einem Schlafplatz und medizinischer Versorgung. Im vergangenen Jahrzehnt sind die Besucherzahlen der Einrichtung um 200 Prozent gestiegen. Ein Beleg dafür, dass die Straßenambulanz, auch in einer wohlhabenden Stadt wie Ingolstadt, einfach unverzichtbar ist.

Für Bruder Martin Berni ist es sogar ein doppeltes Jubiläum. Vor seiner Versetzung 2005 in das damalige Franziskanerkloster in Ingolstadt, hatte er bereits eine Straßenambulanz in Nürnberg gegründet, die in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum feiert. In Ingolstadt fing er dann wieder ganz klein an, mit nur rund zehn Besuchern am Tag. „Die Leute waren zögerlich, weil sie es nicht kannten. Im Laufe der Zeit wurde es aber eine beliebte Anlaufstelle für Bedürftige.“, so Martin Berni.

Ob Wohnungslose, Suchtkranke oder andere Bedürftige, sie alle sind in der Straßenambulanz St. Franziskus gut aufgehoben. Sogar eine medizinische Versorgung ist möglich. Unterstützt wird Martin Berni, neben vielen ehrenamtlichen Helfern, vor allem von seinem Stellvertreter Oliver Markgraf. Dieser weiß, dass die Arbeit in der Straßenambulanz nicht immer einfach ist. „Man darf sich die Probleme der Menschen auf keinen Fall mit nachhause nehmen. Man darf sich nicht aufopfern.“, so Markgraf.

Neben Suchtkranken die rückfällig oder Ambulanzbesuchern, die straffällig werden müssen Bruder Martin Berni und seine Mitarbeiter auch noch schlimmeres verkraften. So ist erst kürzlich ein langjähriger Gast der Einrichtung auf einer Bank am Ingolstädter Viktualienmarkt verstorben. Berni hatte mehrfach versucht diesem zu helfen, außer dem Angebot zu duschen und sich zu rasieren hatte der Obdachlose jedoch keine Hilfe angenommen. „Er wollte in der Tiefgarage schlafen, auch wenn wir versucht haben ihn da rauszuholen. Es gibt Leute, die wollen sich nicht helfen lassen und das müssen wir akzeptieren.“, sagt Berni. Neben solch tragischen Fällen hat die Straßenambulanz natürlich auch jede Menge Erfolge zu vermelden. So konnte Martin Berni heute erneut einem seiner regelmäßigen Besucher einen Job vermitteln. Roger Messi Mbida lebte lange Zeit in Italien. Als er dort über Jahre keinen Job mehr fand, ging er nach Deutschland, in der Hoffnung dort Arbeit zu finden. Erst durch die Hilfe von Martin Berni gelang es dem gelernten Mechaniker, einen Job in der Gastronomie zu bekommen.

Solche Erfolge sind es, die das Team von der Straßenambulanz dazu ermutigen sich auch weiterhin mit voller Kraft für die Bedürftigen einzusetzen. 5.207 Menschen wurde in den vergangenen zehn Jahren schon geholfen und viele weitere werden noch folgen.