Zehn Jahre nach Explosion: PFT Belastung in Münchsmünster

Münchsmünster (intv) Am 10. Dezember 2005 kam es im Chemiepark Münchsmünster zu einer schweren Explosion. Ein Mitarbeiter wurde dabei getötet, weitere Menschen verletzt. Tagelang mussten hunderte von Feuerwehrmännern den Brandherd löschen. Der dabei verwendete Schaum könnte möglicherweise die Quelle einer chemikalischen Belastung sein, die jetzt -zehn Jahre später- auch außerhalb des Betriebsgeländes festgestellt wurde. PFT heißt diese Chemikalie. Solche Perfluorierten Tenside hat man unter anderem in einer Wasserquelle entdeckt. Laut Bürgermeister Andreas Meyer (CWG) in einer Konzentration, die den empfohlenen Schwellenwert bis zum Zehnfachen überschreitet. Abgesehen davon gibt das Landratsamt Pfaffenhofen für die angrenzenden Hausbrunnen Entwarnung. 31 von ihnen wurden untersucht, 15 weitere Proben an Oberflächengewässern gezogen und an 35 Stellen Grundwasser entnommen. Fachbehörden und Chemiewerk wollen die Belastung langfristig in den Griff bekommen. Werksleiter Michael Aulbach erläutert im Interview mit intv, das Grundwasser auf dem Werksgelände wird teilweise nach oben gepumpt und dann über eine Filteranlage wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgegeben. Außerdem habe man schon 36.000 Kubikmeter belasteten Boden vom Betriebsareal entsorgt. Pferdehalterin Elisabeth Amann ist erst einmal beruhigt. Ihr Brunnen ist unbelastet, sie kann also ihre Tiere weiter damit tränken. Für Landwirtin Marion Wigand kommt die Untersuchung reichlich spät. Rückstände an ihrem Getreide gibt es zum Glück keine. Doch für Bürgermeister Andreas Meyer ist die Sache lang nicht erledigt. Denn seine Gemeinde kann den Klärschlamm nicht mehr auf die Felder ausbringen. Der Grund: PFT Belastung.