Zähe Verhandlungen: Diskussion um Maibaumklau in Englmannsberg

Hohenwart (intv) Zwei Burschenvereine haben vergangenes Wochenende in einer spektakulären Aktion den größten Maibaum Deutschlands geklaut. Die darauffolgenden Auslöseverhandlungen zogen sich allerdings. Laut Gegenseite sei der Maibaumklau nämlich gar nicht gültig.

Gut 60 Meter lang ist er, der größte Maibaum Deutschlands. Engelbert Seemüller findet es schon beachtlich, wie schnell die Burschenvereine aus Randelsried-Asbach und Sielenbach den riesen Baum stibitzen konnten. Seemüller steht in engem Kontakt mit dem Maibaum-Eigentümer und vermittelt für ihn.

„Um 4:07 Uhr habe ich eine Nachricht bekommen, über unsere Kamera, die in Englmannsberg installiert ist. Dann bin ich rausgefahren, dann war es kurz nach halb fünf. Da habe ich dann gemerkt, der Baum ist nicht mehr auf dem Hof, sondern schon unterwegs nach Koppenbach. 100 Meter vor dem Ende der Ortschaft Englmannsberg habe ich sie gestoppt. Hand auf den Baum gelegt und gesagt, stopp, der Baum muss zurück.“

Die Jungs sehen das allerdings anders. Tagelang haben sie ihre Beute eisern bewacht. Für ihren Rekordklau sollte vom Eigentümer, einem Hotelbesitzer in Bremerhaven, schon etwas mehr springen als sonst.

„Bei uns geht es nur um den Brauch. Wir machen nie etwas kaputt, des ist uns ganz wichtig. Wir fordern nie Geld, sondern nur Bier und eine Brotzeit. Wir bringen den Baum immer wieder zurück. Und wir wollen die Beklauten bei der Auslöse immer mit am Tisch haben.“, erklärt Kilian Bayer vom Burschenverein Randeslried-Asbach.

Nach einigen zähen Verhandlungen gibt es jetzt ein Maibaum-Happy End. Der Eigentümer zahlt den Burschen eine Brotzeit und so viel Bier, wie sie trinken können. Am Montag tritt der Mega-Maibaum dann seine Reise in den Norden an. Davor kann aber jeder den größten Maibaum Deutschlands noch einmal bewundern. Ab 11 Uhr gibt es am Sonntag in Englmannsberg ein großes Abschiedsfest.