Wohnungspakt Bayern: Schrobenhausen will profitieren

Schrobenhausen (intv) Rund 17.000 Menschen sind es, die derzeit in Schrobenhausen leben, und täglich werden es mehr: Neubürger, Asylbewerber und nicht zuletzt auch Obdachlose, die günstigen Wohnraum suchen, drängen auf den Wohnungsmarkt. Der ist bekanntermaßen knapp. Darum arbeitet die Stadt seit diesem Jahr verstärkt an den Themen Baulandentwicklung und Sozialer Wohnungsbau. Auf der gestrigen Stadtratssitzung wurden die Zwischenergebnisse vorgestellt.

Der „Wohnungspakt Bayern“ könnte dabei eine zentrale Rolle spielen. Das Förderprogramm, das die Bayerische Staatsregierung gestern in einer Kabinettssitzung auf den Weg gebracht hat, soll zum ersten Januar starten. Im Lauf der kommenden Jahre möchte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mindestens 6.000 Wohnungen im Freistaat entstehen lassen, die vor allem einkommensschwachen Bürgern zur Verfügung stehen.

Wohnblocks in der Bürgermeister-Götz-Straße

In Schrobenhausen gibt es dazu bereits konkrete Pläne: „Wir wollen rund um das Flüchtlings-Containerdorf drei große Wohnblöcke errichten“, sagte Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU). Die Wohnungen könnten an anerkannte Asylanten oder obdachlose Menschen vermietet werden.

Auch für junge Familien soll mehr Platz entstehen. Die Stadtwerke Schrobenhausen sind seit diesem Jahr mit der so genannte Baulandentwicklung beauftragt. Drei Baugebiete sind geplant, eines davon entsteht bereits im Stadtteil Edelshausen. „Der Verkauf läuft bestens, wir haben mehr Anfragen als Parzellen“, so Stadtwerke-Chef Thomas Schneider. Das zweite Baugebiet soll in Sandizell entstehen, der Vertrieb ist für das erste Halbjahr 2016 geplant. „Auch das südliche Stadtgebiet Schrobenhausens wird überplant“, so Schneider – hier wird ein drittes Baugebiet aus der Taufe gehoben.

Kindergartenbedarfsplanung vorgestellt

Mehr Einwohner, das heißt auch: Mehr Kinder. Im Moment sind noch alle gut untergebracht, aber für das Kindergartenjahr 2016/2017 könnten die Plätze knapp werden. Manfred Irrenhauser-Kress vom Amt für Soziale Angelegenheiten stellte die Kindergartenbedarfsplanung vor: „Verlässliche Prognosen sind schwierig, vor allem da der Zuzug von Asylbewerbern mit Kindern erheblich zur Entwicklung beiträgt.“ Bürgermeister Stephan sieht noch keinen Grund zur Besorgnis, möchte den Sachverhalt aber in die bevorstehenden Haushaltsberatungen einfließen lassen. Vorsorglich könnten Finanzmittel für Planungskosten oder eine Übergangslösung in den Haushalt 2016 eingestellt werden. „Es könnte auch sein, dass wir einen Neu- oder Erweiterungsbau brauchen“, so Stephan.

Erweiterung des Kreisaltenheims

Auch für pflegebedürftige Senioren soll in Schrobenhausen etwas getan werden. Der Stadtrat hat der Erweiterung des Kreisaltenheims Steingriffs zugestimmt. Dort sollen 20 neue Pflegeplätze entstehen.