Wohnungsnot in Ingolstadt !?

Ingolstadt (intv) Sie sind überaus begehrt: Die Warteschlangen für einen Wohnheimplatz sind lang, viele Studenten finden in Ingolstadt kein bezahlbares Zimmer. Dass dieser Zustand aber auch für Auszubildende ein Problem darstellt, wird oft vergessen, bemängelt die Jugend des deutschen Gewerkschaftsbunds und hat deshalb eine Diskussionsrunde einberufen. „Ich habe es am eigenen Leib erfahren, hier eine Wohnung zu finden, die selbst ich mir leisten kann. Es ist extrem schwierig, etwas Kleines zu finden, das auch bezahlbar ist, und wenn ich mir jetzt noch vorstelle, als Auszubildender mit noch weniger Geld etwas zu finden, wird es nochmal schwieriger. Ich glaube, wenn man das Problem erstmal ernst nimmt, dann wäre schon einmal viel geschehen“, so Tobias Schrall, DGB-Jugendsekretär.

Ernst genommen wird das Thema von den anwesenden Gästen, darunter auch Peter Karmann, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft. Sein Impulsreferat gibt einen Überblick über den Wohnungsmarkt und die Projekte der GWG. „Ich denke, dass der Wohnungsmarkt angespannt ist, von einer Wohnungsnot hier in Ingolstadt kann man aber nicht sprechen“, so Peter Karmann. „Bezahlbaren Wohnraum für Studenten und Auszubildende – wir haben uns als GWG auch dieser Zielgruppe angenommen.“

So sollen konkret an der Weningstraße in den nächsten Wochen 39 Studentenappartements bezugsfertig werden, weitere 130 bis 2018. Anders als Stadträtin Christina Hoffmann von der CSU, sehen Jörg Schlagbauer und Jürgen Siebicke sehr wohl eine Wohnungsnot in Ingolstadt. „Wir brauchen mehr Angebot für die vielen Menschen, die hier in der Stadt leben, speziell auch für junge Menschen und wir haben hier durchaus eine Wohnungsnot, die wir merken. Darum müssen wir uns auf politischer Ebene mehr um dieses Thema kümmern“, so Schlagbauer.

Agieren statt reagieren, so seine Devise. Hoffmann kündigt nach Auskunft des Wohnungsamts die baldige Fertigstellung von 2.500 Wohnungen an und setzt auf künftigen Geschossbau aufgrund der begrenzten Wohnfläche im Stadtgebiet. Eine Entspannung ist allerdings noch länger nicht in Sicht: Prognosen zufolge werden 2032 knapp 140.000 Einwohner auf der Schanz leben.

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