Wird Neuburg bald Studentenstadt?

Neuburg a.d. Donau (intv)  Zumindest wenn es nach den Wünschen der Stadträte geht. Denn nachdem der Präsident der Technischen Hochschule, Walter Schober, gestern sein Konzept einer Forschungsaußenstelle in Neuburg vorstellte, musste er die Zukunftsvisionen einiger Stadtväter von 1.000 und mehr Studenten bis 2018 klar einbremsen.

Bereits seit fünf Jahren betreibt die Technische Hochschule akademische Weiterbildung am Standort Neuburg. Nun soll sich die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Hochschule intensivieren. In Form einer Forschungsaußenstelle plus Graduiertenzentrum im Bereich Erneuerbare Energien: „An dieser Außenstelle wird neben der solaren Wärme und Kälte, die wir in Ingolstadt haben, neue Technologiefelder aufgebaut. Das ist zum einen die Energiesystemtechnik und zum anderen die Geothermie“, erklärt Schober.

Grund dafür ist die Regionalisierungsstrategie der bayerischen Staatsregierung. Dieses Konzept stellte Schober gestern den Stadträten vor. Bis Ende 2015 sollen die Professuren besetzt werden, mit etwa 15 wissenschaftlichen Mitarbeitern will die THI in Neuburg in die Forschung starten. Für einige Stadträte erst der Anfang: „Sie müssen uns nachsehen, dass wir natürlich auch versuchen, dass wir mit 500 Studenten in Neuburg anfangen wollen und wenn Sie die Verdoppelung bis 2018 anstreben, dann wollen wir bis dahin mit der Lassigny-Kaserne soweit sein, dass wir die baulichen Möglichkeiten zur Verfügung stellen können“, meldete sich Stadtrat Hans Mayr zu Wort.

Für Oberbürgermeister Bernhard Gmehling gebe es keinen geeigneteren Ort für diese Forschungsaußenstelle: „Es befasst sich mit einem Thema, das in Neuburg gar nicht besser angesiedelt sein könnte. Nämlich mit den Themen erneuerbare Energien, Energieeffizienz. Wir in Neuburg sind mit unserem Nahwärmeprojekt, wie ich meine, auf einem sehr guten Weg.“

Das Forschungsvorhaben erzeuge überregionale Strahlkraft, prophezeit Schober. Und das überzeugt: Unisono entschied der Stadtrat, das ehemalige Biohistoricum in der Amalienstraße der THI mietfrei für vorläufig fünf Jahre zur Verfügung zu stellen. Forschung und Weiterbildung sollen hier vorerst parallel erfolgen.