Willkommen im Fußball

Ingolstadt (intv) Jeder weiß, wie schwer es ist, sich in einer neuen Gruppe einzufügen. Doch wie schwierig es ist, sich in einer neuen Kultur zurechtzufinden, das können sich nur Wenige vorstellen. Joseph und Liaqat flüchteten aus ihrer Heimat Westafrika und Afghanistan, um in Deutschland sicher zu leben. Um Flüchtlingen, wie den Beiden, den Einstieg zu erleichtern, hat der MTV Ingolstadt mit einigen Helfern und Sponsoren das Projekt „Willkommen im Fußball“ ins Leben gerufen. Hier kicken Flüchtlinge mit Einheimischen, um die deutsche Kultur und Sprache kennenzulernen.

Rund 40-50 Flüchtlinge wurden bisher beim MTV ins Training aufgenommen. Bei einer so großen kulturellen Vielfalt ist Feingefühl und Verständnis gefragt. Denn die Mehrzahl der Jungs spielte zuvor noch nie in einem Verein. Liaqat kickte in Afghanistan nur auf der Straße.

Viele Trainer, darunter auch ehrenamtliche, bemühen sich, das den Fußballern die deutsche Kultur beziehungsweise den deutschen Fußball näher zu bringen. Dabei spielt nicht nur Sprache eine wichtige Rolle, sondern auch typisch deutsche Angewohnheiten. „Bei neuen Flüchtlingen ist es bisschen Glück, dass alle um 17:15 Uhr da sind. Das ist am Anfang sehr locker und auch die Anweisung von Trainer Richtung Taktik werden nur schwer umgesetzt, aber mit einem halben Jahr Training integrieren sich die Jungs ganz gut“, so Fußball-Jugendleiter, Georg Pegelhoff. Doch der Sport trägt nicht nur zur Integration bei, sondern bringt auch ein wenig Leichtigkeit in das Leben der Geflüchteten.

Um die Anweisungen verständlich zu vermitteln, müssen Trainer und Spieler erst mal die sprachlichen Barrieren überwinden. Dabei ließen sich die Trainer einiges einfallen. Das 2-sprachige Training jedoch brachte nur wenig fürs Team, da nur Einzelne eine zweite Fremdsprache sprechen. Somit blieb das Training auf Deutsch, was die Flüchtlinge natürlich weiterbringt. Notfalls helfen Hände und Füße bei der Verständigung.

Trotz der Sprachbarrieren ist der Teamgeist enorm. Doch nicht nur der Sieg ist für die Mannschaft wichtig, sondern auch der Spaß am Kicken. Und wer mag, kann bis ins Seniorenalter beim MTV weiterkicken.