Wenn Fische Treppen steigen

Ingolstadt (intv) Vom Kraftwerk Bittenbrunn über Ingolstadt bis nach Bad Abbach – auf rund 80 Flusskilometern wird die Donau ab 2015 für Fische und andere Wasserlebewesen durchgängig sein. Für eine moderne Fischaufstiegsanlage nimmt die Rhein-Main-Donau AG viel Geld in die Hand, 1,2 Millionen Euro kostet die Anlage an der Ingolstädter Staustufe. Der Eingang zum Aufstieg befindet sich 400 Meter unterhalb des Kraftwerks. Die Fische finden ihn über Lockströmungen. Danach führt der Weg etwa 900 Meter lang durch den Entwässerungskanal. „Der wird fischfreundlich ausgestaltet sein, das heißt der ist attraktiv für Fische, weil er mit Totholz, alten Wurzelstöcken, Kiesbänken, Kurven und Zonen mit weniger Wasserführung gestaltet werden wird“, erklärt E.ON-Pressesprecher Theodoros Reumschüssel. Danach folgt ein der Natur nachempfundene Raugerinne. Und nun kommt der anstrengendste Teil: „Zum Stausee hin wird im Laufe des Jahres eine technische Fischaufstiegsanlage errichtet, die dann den letzten Höhenunterschied von über dreieinhalb Metern überwinden wird“, so Reumschüssel. Über 26 treppenartige Becken sollen die Fische den Aufstieg meistern. Damit das gelingt, werden per Schleusen zusätzlich 500 Liter pro Sekunde in den Kanal abgezweigt.

Die Ingolstädter Fischtreppe ist und bleibt aber nicht das einzige derartige Bauprojekt, betont Jan Kiver, Pressesprecher der Rhein-Main-Donau AG: „Wir haben in Bayern über 30.000 Querverbauungen, die aufgrund der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und des deutschen Wasserhaushaltsgesetzes durchgängig gemacht werden müssen für Lebewesen. Die setzen wir Schritt für Schritt um. Zwischen der Lechmündung und Ingolstadt wird das wohl bis 2016 soweit sein dass wir dann alle Kraftwerke durchgängig haben.“

In Ingolstadt ist die Fertigstellung für Anfang 2015 geplant. Ein zwei Jahre andauerndes Monitoring soll den Erfolg der Fischtreppe dokumentieren. Darüber hinaus soll mithilfe der Anlage ein Austausch der Fischpopulationen erzielt werden.