Wenn der Huf drückt

Gerolsbach (intv) Die Frage spaltet die Meinungen von Pferdebesitzern: Barfuß laufen oder doch ein Hufeisen als Beschlag wählen. Der Trend geht immer mehr in Richtung Barhufer. Das befürwortet auch Huforthopädin Cornelia Greifenberg-Gruns. Auf dem Sonnleitenhof bei Gerolsbach gibt sie Schulungen zur Ganganalyse und Huftherapie von Pferden. Dazu hat die Pferdewirtin ein eigenes System entwickelt, das sogenannte AVM-Muster, die gleichmäßigen Schrittfolgen des Pferdes sollten im Idealfall diese Buchstaben ergeben. „Daran kann man sehen, ob das Pferd die Beine gleichzeitig benutzt. Das Pferd hat verschiedene Bewegungsmuster, das eine ist wie das Watscheln einer Ente, da schwingt der Schweif hin und her. Dann gibt es noch die Auf- und Abbewegung, die wie die eines Storches sind. Durch den ganzen Rücken durch geht die Bewegung im Grunde genommen wie bei einem Krokodil, weil immer zwei Beinpaare zueinander geführt werden und sich der Rumpf auf die andere Seite biegt“, erklärt Greifenberg-Gruns.

Alle ihre acht Pferde laufen barfuß. Die Huforthopädin schwört auf den „unten ohne“-Trend bei Pferden: Der Barhuf-Trend ist auf jeden Fall da, der ist schon seit Jahren im kommen, wobei der Beschlag selbst beim Pferd den Tastsinn eingeschränkt und die Bewegung der Hornkapsel, was zu Minderdurchblutung führt. Es ist schon erstaunlich, wie sehr man den Pferden da helfen kann.“ Basis ihrer Arbeit ist die klassische Dressur, dazu hat Cornelia Kenntnisse aus der Osteopathie und Orthopädie. Mit dieser Kombination ist sie in der Region wohl die Einzige.

Die Zusatzausbildung zum Huforthopäden wird immer beliebter: Seit 2006 leitet Cornelia Greifenberg-Gruns die Staffel „Ganganalyse und Lahmheitsdiagnostik“ für die Ausbildung bei der Deutschen Huforthopädischen Gesellschaft. Ab nächstem Jahr bietet die Pferdeexpertin auch Lehrgänge für private Reiter an.