Weniger Wohnungseinbrüche, aber mehr Drogenmissbrauch

Ingolstadt (intv) In Bayern werden weniger Straftaten begangen. Diesen Trend hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag mit der Kriminalstatistik vorstellt. Einen Tag später zog das Polizeipräsidium Oberbayern Nord nach. Weniger Delikte, dafür mehr Drogen – so könnte das grobe Fazit lauten. 62.800 Straftaten zählte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord 2018. Das sind knapp 1.000 weniger als im Vorjahr, freut sich Polizeipräsident Günther Gietl bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik. Eine Zahl sticht besonders hervor:

„Wir haben das zweite Jahr in Folge für das Polizeipräsidium Oberbayern Nord einen massiven Rückgang der Wohnungseinbrüche. In diesem Jahr waren es 576 Wohnungseinbrüche, das ist ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von mehr als 21 Prozent. Das ist der günstigste Wert auch im Zehn-Jahres-Vergleich. Wo sind die Erfolge? Ich möchte das nicht nur auf die Arbeit der Polizei beschränken. Für mich ist maßgeblich auch die Rechtsandrohung, die erhöhte Strafandrohung, aber auch die Sensibilität der Bevölkerung, technischer Schutz und der wachsame Nachbar“, erklärt Gietl.

Zwei Drittel aller Straftaten können die Polizisten aufklären. Dazu zählen auch Diebstähle, Drogenmissbrauch oder Tötungsdelikte. „Wir haben bei den Mordfällen acht vollendete Taten, fünf aus dem Jahr 2018, unter anderem der Fall mit dem Mord im Schrebergarten im Bereich Gaimersheim. Eingeflossen in die Statistik ist auch der Kindsmord von Baar-Ebenhausen“, so Cordula Göbel, stellvertretende Sachgebietsleiterin Verbrechensbekämpfung.

Einsatz-Hotspots für die Polizei bleiben die Asyl-Unterkünfte wie das Ankerzentrum in Manching. 522 Straftaten an der Zahl, vor allem Körperverletzung und sexuelle Übergriffe. Deutlich gestiegen sind die Drogendelikte im Raum Ingolstadt. „Hier haben wir mit 804 Fällen die höchste Zahl in den letzten zehn Jahren in der Stadt festgestellt, es sind sehr viele Drogen auf dem Markt, also gut verfügbar. Wir merken das zum Einen an den Sicherstellungsmengen, zum Anderen an vermehrten Drogenfahrten“, betont Peter Heigl, Leiter der Polizeiinspektion Ingolstadt. Videoüberwachung am Rathausplatz, ZOB und Viktualienmarkt helfen der Polizei bei der Überführung von Tätern, so Heigl. Am Rande der Veranstaltung kündigte er für Herbst 2019 die Einführung der Bodycams für die Polizeiinspektion Ingolstadt an