Weniger Einnahmen durch Niedrigzins

Schrobenhausen (intv) Personalabbau, Filialschließungen und Schuld sei die Niedrigzinspolitik. All diese Begriffe schwirren derzeit immer wieder umher, wenn es um die aktuelle Situation der Banken geht. Doch mit welchen Problemen haben die Geldinstitute konkret zu kämpfen. Wir haben mit Carlhans Hofstetter, Vorstandsvorsitzender der Schrobenhausener Bank darüber gesprochen.

„So eine Bank ist gar nicht so kompliziert, wie es manchmal aussieht. Wir handeln auch mit einer Ware. Diese Ware ist Geld. Wir kaufen und verkaufen das Geld. Geld einkaufen heißt, der Anleger kommt oder wir holen es uns am Kapitalmarkt, mit Anleihen zum Beispiel. Geld verkaufen heißt, ich gebe es an jemand anderen als Kredit wieder raus. Die Bank lebt von der Spanne, Einkaufspreis – Verkaufspreis. Durch diese Niedrigzinspolitik schmilzt diese Spanne immer mehr zusammen.“

Und somit schmelzen auch die Zinseinnahmen der Banken. Deshalb müssen sie nun über andere Geschäftsfelder Geld verdienen. Zum Beispiel über Immobilien. Damit können sie den Verlust aber nicht komplett ausgleichen. Die Geldinstitute versuchen daher ihre Kosten zu senken und das schlägt sich zum Teil im Personal und in Filialschließungen nieder. Das müsse jedes Haus allerdings für sich selbst entscheiden. Die Schrobenhausener Bank prüft derzeit, wie sie Kosten einsparen kann.

Den Niedrigzins steuert die Europäische Zentralbank, kurz EZB. Davon profitieren hauptsächlich die Wirtschaft und finanziell schwache EU-Staaten. Für sie sinkt die Zinslast.

„Die EZB will durch diese niedrigen Zinsen, in erster Linie die Wirtschaft ankurbeln. Die Sparer sollen ihr Geld nicht anlegen, weil sie wenig Rendite bekommen. Und sie will auch die Finanzierungskosten, also Kreditzinsen niedrig halten, um die Wirtschaft zum investieren zu bewegen.“

Auch wenn es für Anleger kaum Rendite gibt, sollten die Kunden ihr Geld trotzdem nicht zu Hause horten.

„Ich würde den Kunden nur raten, nicht zu viel auf diesen nicht-ertragsbringenden Anlagemöglichkeiten liegen zu lassen. Sondern entsprechend zu seinem Berater zu gehen und mal festzustellen, was habe ich selber für Möglichkeiten, für eine Risikoneigung um doch ein paar Prozentpunkte zu erwirtschaften.“

Für die Sparer und Banken wäre zukünftig ein langsamer Anstieg des Zinsniveaus gut. Was aber die EZB macht, kann niemand voraussagen.