Wasser Marsch! Fischaufstiegsanlage zu Testzwecken geflutet

Ingolstadt (intv) 1,2 Millionen Euro investiert die Rhein-Main-Donau AG in das von E.ON betriebene Laufwasserkraftwerk an der Ingolstädter Staustufe. Nicht etwa um Leistung oder Profit zu steigern, sondern aus ökologisschen Gründen. Dort wird derzeit eine Fischtreppe errichtet, die heute zu reinen Testzwecken mehrere Stunden geflutet wurde. Mit Erfolg: Die Wassermassen bahnen sich ihren Weg hinunter ins Umgehungsgewässer. Projektleiterin Uta Mentz schaut da genau hin: „Ich bin erst einmal sehr zufrieden, dass die Schützen reagieren, dass die Technik funktioniert und dass das Wasser auch unten ankommt. Aber wir müssen jetzt erst noch einstellen, dass wir auf die 500 Liter kommen, die durchfließen sollen und sehen, wie sich der Graben noch füllt, wie die Strömungsverhältnisse im Umgehungsgewässer sind.“

Im Idealfall sollen etwa 500 Liter pro Sekunde einen konstanten Wasserpegel in den Becken halten. Per Lockströmung schwimmen der Huchen oder andere Flussfische unterhalb der Staustufe in den Umgehungsgraben, gegen die Strömung über das Raugerinne und die technische Fischtreppe hoch in den Stausee. „Damit die Fischaufstiegsanlage auch funktionieren kann und die Fische quasi auf einem Niveau in die Donau einschwimmen können, muss die Fischaufstiegsanlage die Fähigkeit haben, sich an diese unterschiedlichen Wasserspiegel der Donau anzupassen. Dazu gibt es automatisch gesteuerte Einlässe“, erklärt Theodoros Reumschüssel, Pressesprecher von E.ON Wasserkraft.

Die Steuerung zur Pegel- und Schleusenkontrolle wird als einer der letzten Schritt noch ins Kraftwerk selbst verlegt. Im Frühjahr 2015 soll die Anlage komplett fertig sein. Das Medienaufgebot war allerdings schon heute groß. Schließlich zieht die Fertigstellung der Fischtreppe weitreichende Konsequenzen nach sich: „Dann haben wir auf knapp 130 Flusskilometern eine durchgängige Fischstrecke hier an der Donau. Zwischen Geisling, südöstlich von Regensburg und dem nächsten Kraftwerk, das Unterwasser von Bittenbrunn“, so Jan Kiver, Pressesprecher der Rhein-Main-Donau AG. Das ist übrigends auch die nächste Hürde: In den kommenden Jahren steht der Bau der Fischtreppe am Kraftwerk Bittenbrunn bei Neuburg an.