Warnstreik im Einzelhandel

Ingolstadt (intv) Keine Ruhe bei den Streiks im bayerischen Einzelhandel. Im Tarifkonflikt um existenzsichernde Tarifverträge haben heute die Beschäftigten im Textil- und Lebensmitteleinzelhandel ihre Arbeit nieder gelegt. Betroffen waren unter anderem mehrere H&M-Filialen in Ingolstadt, Galeria Kaufhof, Edeka in Vohburg und Netto in Beilngries.

„Die Handelskonzerne machen gigantische Gewinne und wir bekommen nichts davon ab“ so lautete der Tenor. Auf die Forderung von 6,5 Prozent mehr Lohn für die Angestellten im bayerischen Einzelhandel antwortete die Arbeitgeberseite mit Gegenforderungen: Sie wollen unter anderem Spät- und Nachtzuschläge kürzen und die Schutzregelungen bei der Arbeitszeit abbauen. „Wir nennen das moderne Sklaverei“, ärgerte sich Claudia Lechner, Betriebsratvorsitzende von EDEKA Vohburg. Nach zwei erfolglosen Verhandlungsrunden hat die Arbeitgeberseite nun ein Angebot vorgelegt. Sie bieten 2,5 Prozent mehr Lohn ab August und 1,5 Prozent ab 2014 bei drei Nullmonaten. „Einen Schritt vorwärts und zwei zurück“, so nennt Reinhardt Semmler von ver.di Ingolstadt diese Taktik.

Am Montag gehen die Tarifverhandlungen in die dritte Runde. Bis dahin hat ver.di in mehreren bayerischen Städten Warnstreiks angekündigt.