Warnstreik bei Herrnbräu in Ingolstadt

Ingolstadt (intv) Die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Reinheitsgebot stehen kurz bevor. Einigen ist dabei allerdings nicht zum Feiern zumute: Den Beschäftigten in den Brauereien. Sie fordern mehr Gehalt.

Sechs Prozent sind die Forderung – 1,6 Prozent das Angebot. Eindeutig zu wenig, finden die Beschäftigten und die Mitglieder der Nahrung-Genuss-Gaststätten Gewerkschaft, kurz NGG. Besonders, weil die Bierbranche derzeit einen wahren Boom erlebt. „Dieser Zuwachs wird aber von den Beschäftigten in den Brauereien produziert. Deshalb brauchen sie auch ihren gerechten Anteil daran!“, fordert Rainer Reißfelder, Geschäftsführer der NGG Oberpfalz.

Heute Früh legten rund 30 Mitarbeiter der Brauerei Herrnbräu in Ingolstadt ihre Arbeit nieder. Einen Kompromiss gehen wir nur bei einer Erhöhung über drei Prozent ein, so ihr Standpunkt.

Heute Mittag trafen sich Brauherren und Gewerkschafter zur zweiten Tarifrunde in München. Auch die Geschäftsführer von Herrnbräu waren dabei und standen deshalb für ein Statement gegenüber intv nicht zur Verfügung. Aufgrund der hohen Beteiligung bei den derzeitigen Warnstreiks, hofft die Gewerkschaft auf ein positives Ergebnis. Schließlich wollen alle das 500-jährige Reinheitsgebot feiern, ganz ohne Streiks.

Übrigens hat sich bei den Tarifverhandlungen heute Nachmittag keine Annäherung abgezeichnet. Möglicherweise werde es zu längerfristigen Streiks in der Branche kommen, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft der Deutschen Presseagentur.