Vorbereitung auf die Spargelsaison – Landwirte diskutieren über den sinnvollen Einsatz von Folien

Schrobenhausen (intv) Bald ist es wieder soweit: das weiße Gold ist reif fürs Stechen. Die Saison für Spargel fängt mittlerweile viel früher an als noch vor gut zehn Jahren. Dass das vor allem durch den Einsatz von Folien möglich ist, erhitzt nicht nur die Erdwälle, sondern auch die Gemüter. Gestern haben sich die Spargelbauern aus der Region in Weichering getroffen, um ganzheitlich über das Für und Wider von Folien zu beraten.

asparagus officinalis – so der lateinische Name unseres heißgeliebten Gemüsespargels, den es regional schon ab Ende März zu kaufen gibt. Doch nicht nur geschmacklich stößt der Folienspargel bei Verbrauchern auf viel Skepsis. Peter Sutor vom Institut für Ernährungswirtschaft weiß, dass die Bauern die Kunststoffabdeckung abwägen müssen. Einerseits braucht man weniger Herbizide und Wasser, andererseits muss die Folie auch entsorgt werden. Außerdem ist eine Fläche versiegelt, das beschleunigt Erosion. Um das ablaufende Wasser aufzufangen, könnten die Bauern einen Blühstreifen einrichten. Der könnte nach der Ernte Ende Juni auch gleichzeitig den Insekten helfen. Nachhaltigkeit ist also auch für die Bauern ein großes Thema.

Je nachdem ob die weiße oder schwarze Seite oben liegt, können die Landwirte außerdem steuern, wann wieviel Spargel erntereif wird. Dadurch gibt es z.B. am Wochenende mehr Gemüse als unter der Woche. Trotz ihres schlechten Rufs hat die Folie erst den weitläufigen Anbau ermöglicht. Zum Ernten muss der Boden locker sein, durch die gesammelte Feuchtigkeit unter der Folie bleiben auch eher schlammige Böden locker. Die Anbaugebiete sind nicht mehr so eingeschränkt wie vor dem Einsatz der Folien.

Studien mit Blindverkostungen wollen übrigens gezeigt haben, dass die Folien nicht herauszuschmecken sind. Die Art des Bodens dagegen hat großen Einfluss. Je schwerer die Erde, desto mineralischer der Geschmack der Stangen.