Vom überheblichen Geldhai zum frommen Christ: Die faszinierende Lebensgeschichte von Josef Müller

Ingolstadt (intv) Josef Müller hatte alles: teure Autos und Yachten, unzählige Liebschaften und Geld im Überfluss. Doch er wird kriminell und landet im Gefängnis. Dort findet er zum Glauben und lebt seitdem als frommer Christ. Was sich anhört wie ein Film ist tatsächlich so passiert. Am Samstagabend hat Josef Müller den Ingolstädtern von seinem turbulenten Leben erzählt.

Frei, glücklich und zufrieden. Mit diesen drei Worten beschreibt sich der 62-Jährige aus Fürstenfeldbruck heute. Als junger Erwachsener war das anders. Überheblich, voller Geld und im Herzen nicht glücklich sei er gewesen. Bereits mit 17 hat er den Führerschein. Nach einem Discobesuch schläft er hinter dem Steuer ein, verunglückt in seinem Auto und ist seitdem querschnittsgelähmt. Als Steuerberater wird er sehr erfolgreich, verdient gutes Geld und verkehrt mit den Reichen und Schönen der Welt.

„Geld regiert die Welt. Ja, aber nach außen. Was nützt es einem, wenn man nicht glücklich ist innerlich. Das bin ich heute. Ich besitze heute nichts mehr. Für manche Leute ist das kaum zu glauben. Für mich auch nicht, muss ich ganz ehrlich sagen.“

Nach einigen kriminellen Geschäften wandert Josef Müller ins Gefängnis. Knapp fünfeinhalb Jahre sitzt er ein und findet in dieser Zeit zu Gott.

„Wenn alle davongelaufen sind, mMeine Frau hat mich verlassen, meine Mutter ist gestorben und mein Vater war dement. Und die Reichen kennen dich nicht mehr, wenn du im Gefängnis sitzt. Dann war ich ganz allein. Dann kannte ich nur einen noch. Jesus ist auch für die Menschen da, die gefallen sind. Ich hab gesagt „Jesus ich kenn dich nicht, aber wenn es dich gibt, brauch ich jetzt deine Hilfe!“. Ich habe es nicht geglaubt, aber von diesem Moment an, hat sich mein Leben gewendet.“

„Ziemlich bester Schurke“ so lautet der Titel seines Buches, in dem Josef Müller seine ganze Lebensgeschichte niedergeschrieben hat.