Vollbremsung am Bauhof: TÜV tingelt durch Landkreis Pfaffenhofen

Scheyern (intv) So etwas hat auch Josef Merkl noch nicht gesehen – obwohl er seit vielen Jahren als TÜV Prüfer arbeitet. Der rote Traktor, den er gerade testet, sieht aus als wäre er gerade erst aus der Fabrik gerollt. Doch der Schlepper ist zehn Jahre alt, auch wenn er da steht wie neu. Ein Blick in die Papiere bestätigt das unglaubliche Alter des Fahrzeugs. Xaver Nißl, der stolze Besitzer, grinst: „Mei, des is mei Hobby, die Pflege von dem Schlepper.“ Immer wenn er bei einer Arbeit dreckig wird, wäscht Xaver Nißl seinen Bulldog – und das offenbar gründlich. Der TÜV Prüfer rechnet die Betriebsstunden hoch. Die sind bei einem Schlepper aussagekräftiger als der Kilometerstand. Der guterhaltene Traktor ist im Jahr nur circa 50 Stunden im Einsatz. Der Durchschnitt liegt bei 500 Stunden. Die Felder seien ja verpachtet, erklärt Xaver Nißl. Aber zum Brennholz holen im Wald braucht er den Schlepper schon noch: „Den geb´ i net her!“ Es sind freundliche Begegnungen, wenn der TÜV Prüfer im Februar durch den Landkreis Pfaffenhofen tingelt und dort die Traktoren prüft. Eine Vollbremsung vor den Augen des Experten bestätigt die Funktion der Bremsen. Die Lichter und Blinker werden in Augenschein genommen, auch die Scheibenwischer. Falls der Bulldog überhaupt eine Windschutzscheibe hat. Es sind auch richtige Oldtimer unter den Prüflingen, bei denen der Fahrer vollkommen schutzlos dem Fahrtwind ausgeliefert ist. Diese Modelle sind immer noch vollkommen funktionstüchtig, weil die Einzelteile meist aus Stahl und Eisen gefertigt wurden. Das hält bekanntlich länger als Plastik.

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