Vohburg reißt Ruine aus Neuzeit ab und will Burgberg sanieren

Vohburg (intv) Wenn eine junge Frau in der Donau ertränkt wird, ist das tragisch. So tragisch, dass dieses Verbrechen auch fast sechs Jahrhunderte später noch im Gedächtnis der Nachwelt präsent ist. Erst recht, wenn die eigene Stadt als Schauplatz einer unglücklichen Liebe eine Schlüsselrolle spielt. So wie Vohburg. In der Herzogstadt steht noch heute die Burg, auf der die Baderstochter Agnes Bernauer und Herzog Albrecht III. von Bayern die schönsten Tage ihre unstatthaften Liebe erlebt haben sollen. Dieses kulturelle Erbe muss gepflegt werden. Nicht nur mit regelmäßigen Festspielen, wie an der Donau seit Jahrzehnten üblich, sondern auch mit Gips und Kalk. Das sind die Baumaterialien, das damals üblich waren. Deshalb wird auch die Sanierung des Pflegerschloßes vor allem mit solch bewährten Mitteln durchgeführt. Das Landesamt für Denkmalpflege hat da ein strenges Auge drauf, weiß Stadtbaumeister Josef Stangl. Neben der Innensanierung steht auch noch die Umgestaltung des Burghofes an. Dort ist unter anderem ein kleiner Park geplant und eine Pflasterfläche für die künftigen Festspiele. Am meisten freut sich Bürgermeister Martin Schmid (SPD) aber darüber, dass ein alter Schandfleck demnächst beseitigt wird. Am Fuß der gewaltigen Burgmauer steht eine Ruine aus der  Neuzeit. Dort kann man noch die Fliesen im Klo und Teile der Innenräume des ehemaligen Café Demel sehen. Das halbe Gebäude ist weggerissen, wie nach einem Bombenangriff. Nach einer europaweiten Ausschreibung wird hier demnächst ein Platz zum Verweilen entstehen. Ebenfalls gepflastert und mit einem Brunnen als Mittelpunkt. 2, 7 Millionen Euro wird die Sanierung des Pflegerschloßes und des Burgbergs kosten. Bürgermeister Schmid freut sich angesichts dieser Summe, dass die Regierung von Oberbayern bis zu 6 Prozent Förderung zugesagt hat.