Vogelgrippe: keine Eier mehr aus Freilandhaltung

Ingolstadt (intv) Die Vogelgrippe ist in Bayern weiter im Umlauf. Auf einem Hof im niederbayerischen Geiselhöring mussten gestern rund 10.000 Puten gekeult werden. Zum ersten Mal seit dem die Vogelgrippe erneut ausgebrochen ist, war ein Großmastbetrieb betroffen. Auch in unserer Region machen sich Geflügelhalter Sorgen. Das hat derzeit vor allem mit den Folgen der Stallpflicht zu tun.

Am Montag sind es genau 12 Wochen, seitdem die Stallpflicht für Geflügel in Bayern gilt. Damit läuft eine wichtige Frist ab: Nach EU-Recht wird aus Freilandhaltung dann Bodenhaltung, das so auch auf den Eierkartons gekennzeichnet werden muss.

Einen Betrieb für Freilandhaltung zu bauen, kostet mehr. Deshalb sind Eier aus Freilandhaltung auch teurer als Eier aus Bodenhaltung. Langfristig ein lohnendes Geschäft für die Geflügelbauern. Ab Montag müssen die Bauern ihre Freilandeier aber zum günstigeren Preis der Bodenhaltung verkaufen. Das kann auf lange Sicht Verluste im vier- bis fünfstelligen Bereich bedeuten.

Deswegen plädieren viele Geflügelbauern und Politiker bereits für eine Sonderregelung. So könnte eine Kennzeichnung darauf aufmerksam machen, dass die Eier eigentlich von einem Betrieb mit Freilandhaltung stammen, obwohl Bodenhaltung drauf steht. Vielleicht wäre dann der Verbraucher auch bereit, den normalen Preis für Freilandeier zu bezahlen, so der Ingolstädter Umweltreferent Rupert Ebner.

Um zu verhindern, dass sich die Vogelgrippe noch weiter ausbreitet, könnte in Zukunft vielleicht ein Impfstoff helfen. Im Moment müssen die Tiere in den Ställen noch zusammenrücken. Wann sie wieder nach draußen dürfen, ist unklar. Einige Bauern rechnen damit, dass die Stallpflicht noch mehrere Monate andauern könnte.