„Völlig überdrehte Forderungen“

Ingolstadt (intv) Es waren mehr als 20.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Bayern, die diese Woche ihre Arbeit niedergelegt haben. Auch heute Nacht haben sich rund 4.000 Metaller in den Audi-Produktionshallen am Warnstreik beteiligt. Zwei Stunden lang legten die Beschäftigten ihre Arbeit nieder, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Eine Tarifrunde, die es in sich hat und vielleicht sogar die härteste der vergangenen 20 Jahre – zumindest laut Bayerns IG-Metall Chef Jürgen Wechsler. In Ingolstadt hat sich heute die Gegenseite getroffen – also die bayerischen Arbeitgeberverbände – um über die aktuelle Lage in der Metall- und Elektroindustrie zu sprechen. Und natürlich stand der Tarifkonflikt dabei im Mittelpunkt.

Die Forderungen sind bekannt: Sechs Prozent mehr Lohn sowie flexiblere Arbeitszeiten.
Forderungen, die Andreas Karl, Vorstandsmitglied des Verbands der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie, als „völlig überdreht“ bezeichnet.

Und auch die Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn lehnt der Verband strikt ab.
Die Arbeitgeber haben bereits ein Angebot vorgelegt, indem sie sich auf zwei Prozent mehr Entgelt sowie eine Einmalzahlung von 200 Euro einlassen. Laut einer aktuellen Umfrage zeigt sich die momentane Lage in der Metall- und Elektroindustrie zwar in guter Verfassung, dennoch sind die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr verhalten.

Positiv hingegen ist der Blick auf die Beschäftigung in Bayern, die im Jahr 2017 um 18.000 Mitarbeiter gestiegen ist – damit wurde der höchste Stand seit 26 Jahren erreicht. Alle, die bereits in der Metall- und Elektroindustrie angestellt sind, dürfen gespannt sein: Die nächste Verhandlungsrunde mit der IG Metall steht am Montag an.