Vier Konzepte, eine Forderung: autofreier Lenbachplatz

Schrobenhausen (intv) Rege Beteiligung hatten sich Schrobenhausens Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU) und Wolfgang Grubwinkler von der Identität & Image Coaching AG gewünscht –  und immerhin 80 Bürgerinnen und Bürger waren dem Ruf gefolgt. Vergangenen Samstag wurde in den Räumen der Schrobenhausener Mittelschule eine groß angelegte Kreativwerkstatt zur Umgestaltung der Innenstadt veranstaltet. Am Ende des Tages standen vier aussagekräftige Konzepte.

Gruppenarbeit im Klassenzimmer

Die Teilnehmer aus Schrobenhausen und Umgebung machten sich zunächst in einem „Info-Marktplatz“ ein Bild von Planungen und Konzepten der vergangenen Jahre und Jahrzehnte. Dann wurde es ernst. In vier Arbeitsgruppen sollten eigene Ideen konkretisiert werden. Und zwar unter professioneller Anleitung aus Stuttgart: Das Stadtplanungsbüro Pesch & Partner hatte vier Architekten in die Lenbachstadt entsandt. „Man startet sehr kontrovers in die Diskussionen, aber wenn man den Leuten Varianten aufzeigt und ihre Ängste nimmt, kommt etwas Umsatzbares heraus“, sagt Mario Flammann, Büroleiter bei Pesch & Partner.

Einigkeit trotz Diversität

Einige Stunden, Zeichnungen und Stecknadeln später war es dann soweit. Die Konzepte wurden im Plenum präsentiert. Dabei zeichnete sich ein gemeinsamer Nenner ab: Der Lenbachplatz soll verkehrsberuhigt oder ganz für Fahrzeuge gesperrt werden, in der Lenbachstraße könnten die Fahrspuren dafür gebündelt werden. Durch Park- und Gastronomieflächen sowie Begrünungsinseln soll der Verkehrsfluss dort jedoch entschleunigt werden.

„Fußgänger und Gastronomie benötigen unbedingt einen vom Verkehr abgetrennten Bereich – hier darf es nicht zur Kollision kommen“, so Arbeitsgruppensprecherin Nicole Ruminy, die selbst ein Geschäft in der Innenstadt betreibt. Peter Banzhaf, der eine zweite Gruppe vertritt, ergänzt: „Wir wollen keine Wechsellösung – die Verkehrsführung muss an sieben Tagen dieselbe sein“. Den Bereich um den Lenbachplatz sehen alle Gruppen als sozialen Treffpunkt inmitten der Stadt. „Die gute Stube von Schrobenhausen“, so nennt es Gruppensprecher Hans Ellwanger. Hier könnte man die Gastronomie konzentrieren. Die komplette Dokumentation des Kreativtages wird in Kürze unter www.politaktiv.org abrufbar sein.

Die nächsten Schritte

Den nahezu einstimmigen Konsens sehen die Veranstalter als solide Basis für die weiteren Planungen. Am 26. Mai treffen sich die Sprecher der Arbeitsgruppen nochmals mit den Architekten sowie Vertretern des Schrobenhausener Stadtbauamts, um die vier Konzepte zusammenzuführen. Im Juni oder Juli sollen die endgültigen Pläne für das „neue Schrobenhausen“ dann der Bevölkerung präsentiert werden.

Eine organisatorische Änderung gibt es bei der federführenden Beratungsagentur Identität & Image. Ab sofort betreut Beraterin Stephanie Utz das Innenstadtprojekt in Schrobenhausen, da Agenturleiter Wolfgang Grubwinkler sich ab sofort um eine andere Form der Stadtentwicklung kümmern muss: Er wurde Ende März zum Bürgermeister seiner Heimatstadt Eggenfelden gewählt.