Vier Jahre Profilschule Ingolstadt

Ingolstadt (intv) Noch zu häufig entscheidet in Deutschland die Herkunft eines Kindes über dessen Bildungserfolg. Studien belegen, dass von 100 Kindern, die aus einem sozial schwächeren Umfeld kommen, nur 23 das Abitur schaffen. Unter normalen Umständen sind es 77 von 100 Schülern. Seit über 10 jahren setzt sich Roland Berger mit der gleichnamigen Stiftung für mehr Chancengleichheit ein. Daraus hat sich vor vier Jahren das Projekt Profilschule Ingolstadt entwickelt. Die Stiftung zog heute mit ihren Kooperationspartnern aus Politik und Wirtschaft Bilanz.

Kein Talent verlieren! Das ist das Ziel des einmaligen Kooperationsmodells zwischen der Stadt Ingolstadt, Bayern, der Roland Berger Stiftung und der Audi AG. Die Stiftung kümmert sich um wissbegierige, begabte Kinder aus einem sozial schwierigen Umfeld, damit diese eine gleichwertige Chance auf Abitur und Studium haben. Bei dem Projekt Profilschule Ingolstadt werden von Lehrern empfohlene Kinder ab der 3. Jahrgangsstufe in einer Profilklasse auf der Schanz gefördert, erhalten ganztägigen Unterricht und werden zusätzlich von Sozialarbeitern betreut. Individuelle Talentförderung steht im Zentrum. Jedes Kind bekommt einen eigenen Lehrplan. Weiter geht es mit diesem Programm auch ab der 5. Klasse im Christoph-Scheiner-Gymnasium. Den Übertritt schafften im vergangenen Schuljahr fast alle, also 14 von 15 Schülern. Die Klasse 5b ist so eine Profilklasse. Stolz präsentieren Sie den Stiftungsvertretern ihre Arbeit. Die 18-Köpfige Klasse möchte so ihre Dankbarkeit übermitteln. An der Spitze steht Klassenleiterin Monika Tefurth. Auch sie ist dankbar für die Fördermittel der Stiftung, denn gerade Kleinigkeiten, wie ein eigener Karteikasten oder eine spezielle Uhr, die die restliche Schulaufgabenzeit anzeigt, macht das Arbeiten mit den besonderen Kids viel einfacher. Mit der Klasse 5b zu arbeiten ist für Sie, so wörtlich, eine Gnade. Bei einer Frage würden sich immer mindestens 15 von 18 Schülern melden, sie seien wissensdurstig und arbeiten auch zu Hause vor. Die Kinder sind ihrer Meinung nach genau die Richtigen für das Projekt.
Auch Horst Seehofer betont den Erfolg des Modellprojekts. Dieser Termin wird einer seiner letzten als bayerischer Ministerpräsident sein. Von Wehmut aber keine Spur. Der Ingolstädter möchte sich auch noch nach der Amtsabgabe für Bildungsgerechtigkeit und ökologische Belange in Bayern einsetzen. Alle Beteiligten sind zufrieden mit der Entwicklung der Profilschule Ingolstadt. In Zukunft sollen aber noch mehr Sozialarbeiter eingesetzt werden, damit das Programm noch mehr Schülern zugänglich gemacht werden kann.