Viele Fragen offen: Enttäuschte Bürgerinitiative PFC Flugplatz Manching

Manching (intv) Immer noch läuft PFC-belastetes Wasser in das Erdreich bei Lindach und Westenhausen. Auf die Fragen der Bürgerinitiative PFC Flugplatz Manching hat das Landratsamt Pfaffenhofen Anfang Oktober 2018 mit einem Antwortenkatalog reagiert. Die Mitglieder sind enttäuscht – fühlen sich von der Politik im Stich gelassen, denn ihre wichtigsten Fragen sind offen geblieben.

Ein kleines Dörfchen mit See – Lindach bei Manching wäre so ein idyllisches Fleckchen Natur, wenn nicht unsichtbar im Erdreich ein Störenfried lauern würde: PFC-belastetes Oberflächenwasser. Seit mehr als 10 Jahren ist bekannt: Der von der Bundeswehr verwendete Löschschaum hat den Boden mit PFC-Stoffen belastet. Mehr als sechs Jahre haben die Bürger auf einen Gefährdungsbericht gewartet. Ende August empfiehlt dieser: Am besten sofort sanieren. Die Bürgerinitiative verliert langsam die Geduld. Nichts geht voran. Geforderte Sofortmaßnahmen bleiben unberücksichtigt, erklärt Michael Weichenrieder, Vorsitzender der Bürgerinitiative PFC Flugplatz Manching:
„Hier fließt die Westenhausener Ach, das ist ein Fluß, der aus dem Flugplatz herausfließt und somit am stärksten mit PFC belastet ist. Und hier unternimmt man nichts um die ganze Verschmutzung zu stoppen. Auf der anderen Seite legt man dem Bürger Sofortmaßnahmen auf. Wir haben ja seit Mai eine Allgemeinverfügung für Lindach und Westehausen, dass uns z. B. das Gießen der eigenen Blumen verbietet.“

Für den Vorsitzenden ist das eine Messung nach zweierlei Maß. Im Antwortenkatalog des Landratsamtes heißt es dazu: Es müsse eine akute Gefahr für die Öffentlichkeit vorliegen, um Sofortmaßnahmen einzuleiten. Die gäbe es hier laut diverser Fachstellen allerdings nicht. Der Katalog lässt der Initiative zu viele Fragen offen. Gudrun Lemle, Mitglied bei der Bürgerinitiative, ist sehr enttäuscht. „Man hat sich immer auf andere Sachen berufen wie aufs LGL oder aufs Landesamt für Umwelt, man hat immer andere Verweise angegeben oder, dass es noch keine genaueren Werte gibt. Wo man sich aber absolut sicher war, dass es keine Auswirkungen auf Leib und Leben hat. Aber woher die das wissen wollen ist mir schleierhaft.“

Doris Schmidt, ebenfalls Mitglied der Initiative, fügt hinzu: „Der Beginn der Sanierung ist das Allerwichtigste für uns. Aber da muss erstmal ein 5- oder 6-Punkte Plan abgearbeitet werden. Und da steckt man immer noch in der Sanierungsplanung fest.“

Landrat Martin Wolf will sich für einen schnellen Sanierungsbeginn einsetzen. Wann der stattfinden soll, lässt der Antwortenkatalog ebenfalls offen. Der Vorsitzende Michael Weichenrieder fordert zumindest einen genauen Projektplan und hat schon die nächste Aktion vor Augen. Am 17. Oktober 2018 hat die Initiative alle zuständigen Politikvertreter und Bürger zu einem Informationsrundgang am nahegelegenen IN-Campus eingeladen. Hier wird gerade das ehemalige Bayernoil-Gelände saniert. Der Termin soll als Vorzeigebeispiel fungieren und den Politikern die Augen öffnen. Ende Oktober lädt der Landrat zudem zu einem Runden Tisch ein, um das Bodenschutzverfahren zu beschleunigen, in dem alle Beteiligten auf kurzem Weg Entscheidungen treffen.