Versuchter Mord: Plädoyers am Landgericht Ingolstadt

Ingolstadt (intv) „Auf der Einbahnstraße der Gewalt“, so der psychologische Gutachter, befand sich Adis P. als er viermal mit extremer Brutalität auf das Opfer Florian S. auf offener Straße in Ingolstadt nähe des Hauptbahnhofs einstach.
Zusammen mit seinem Trauzeugen Stefan B. habe er die Tat vorab geplant. Die beiden sind stark drogenabhängig, dem Opfer hätten sie 300 Gramm Marihuana im Wert von 3.000 zum Eigenkonsum stehlen wollen, um für den nächsten Monat Stoff zu haben. Als Florian S. die Tasche, in der sich gar kein Rauschgift befand, nicht hergeben wollte, stach der Angeklagte zu. Der Suchtdruck trieb den sonst unauffälligen und nicht vorbestraften Adis P. zu dieser Gewalttat. Die Staatsanwaltschaft sieht darin versuchten Mord sowie besonders schweren Raub und forderte heute in ihrem Plädoyer acht Jahre und drei Monate für den Angreifer sowie sechs Jahre und drei Monate für seinen Komplizen.
Die Verteidigung forderte für Adis P. sieben Jahre, sowie die Anordnung einer Suchttherapie. Die beiden Angeklagten waren geständig und sind bereit, gegen ihre Drogensucht vorzugehen.