Versucher Mord mit Axt: Angeklagter muss in Psychiatrie

Ingolstadt (intv) Richter Jochen Bösel fasste sich in seiner Urteilsbegründung kurz: Der mutmaßliche Mörder wird frei gesprochen, muss allerdings in ein psychiatrisches Krankenhaus. Der Angeklagte soll im März vergangenen Jahres seinen Schwager lebensgefährlich mit einer Axt verletzt haben, nur durch eine Notoperation konnte der Mann überleben.

Der 63-Jährige leidet laut Gutachter an einer wahnhaften Störung und ist deshalb schuldunfähig. Er ist der festen Überzeugung, dass sich seine Familie sowie das komplette Umfeld gegen ihn verschworen haben – Auslöser war wohl ein Mietstreit, der 63-Jährige wohnte mit seiner Schwester und dem Schwager in einem Haus und sollte ausziehen. Für ihn gab es deshalb keinen anderen Auweg, als seinen Schwager umzubringen.

Die Wahnvorstellungen sind für den 63-Jährigen Wirklichkeit. Eine Krankheit, für die der Angeklagte nichts kann, das betone Richter Jochen Bösel heute ausdrücklich in seiner Urteilsbegründung. Allerdings wird der mutmaßliche Mörder wohl sein ganzes Leben lang mit der wahnhaften Störung zu kämpfen haben. Er wird in einer psychiatrischen Klinik in München-Haar behandelt.