Versicherungsbetrug durch manipulierte Verkehrsunfälle

Ingolstadt (intv) Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Ingolstadt haben ein Ermittlungsverfahren gegen 21 Personen eingeleitet. Sie stehen im Verdacht, durch absichtlich herbeigeführte Unfälle Versicherungen betrogen zu haben. Nach derzeitigen Erkenntnissen geht es um die Abrechnung mehrerer hunderttausend Euro.

Die Beschuldigten werden verdächtigt mit gemieteten oder geliehenen Autos kostspielige „Streifschäden“ an geparkten Autos oder auch an fahrenden Fahrzeugen verursacht zu haben. Den angerichteten Schaden sollen sie dann wiederum über die Kfz-Versicherungen abgerechnet haben.

Seit Ende Dezember 2014 ermittelt die Kripo gegen zahlreiche Unfallbeteiligte. Mehr als 60 Verkehrsunfälle gerieten dabei ins Visier der Ermittler.

Ein Versicherungsschreiben brachte die Ermittlungen ins Rollen. Dem angeschriebenen Versicherungsnehmer wurde darin mitgeteilt, einen Unfall verursacht zu haben. Dieser konnte sich jedoch an keinen Unfall erinnern und erstattete Anzeige bei der Polizei. Im Lauf der Ermittlung stellte sich heraus, dass sein verliehenes Fahrzeug ohne sein Wissen in einen Unfall verwickelt war. Schnell wurde klar, dass dies kein Einzelfall war. Nach mehreren Wohnungsdurchsuchungen im Februar 2015 wurde Material sichergestellt, das zur Ausweitung der Ermittlungen beitrug. Bei einem Tatverdächtigen wurde zudem eine illegale Schusswaffe sichergestellt. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Am 24. April erfolgten weitere Durchsuchungen bei Tatverdächtigen in Ingolstadt und anderen Städten. Zwei weitere Haftbefehle wurden erlassen. An dem Einsatz waren 40 Kriminalbeamte beteiligt. Die Ermittlungen dauern an.