Verschleppte Lungenentzündung: Das Schicksal von Klaus Häffner

Weißenburg (intv) Der gebürtige Weißenburger Klaus Häffner hat geschafft, wovon viele Journalisten träumen. Er hat eine beispiellose Karriere beim Bayerischen Rundfunk in Nürnberg gemacht. In nur zehn Jahren stieg er vom einfachen Angestellten zum Leiter des Studio Frankens auf und wurde so Chef von 300 Mitarbeitern. Quasi nebenher kümmerte er sich noch um Unterhaltungssendungen wie „Weihnachten in Europa“ und die bekannte „Fastnacht in Franken“. Noch heute ist er stolz darauf, mit der Fastnacht einen Quotenrekord aufgestellt und damit sogar den „Nockherberg“ übertrumpft zu haben.

Für seinen Job hat er immer 150 Prozent gegeben, so der 63-Jährige. Zuviel. Warnsignale seines Körpers hat er ignoriert. So wurde eine verschleppte Lungenentzündung für ihn zum Verhängnis. Eigentlich hätte er ins Krankenhaus gemusst. Stattdessen nahm er Medikamente und übertrieb es zudem etwas mit dem Alkohol, so der heutige Rentner. Sein Körper war entwässert. Es kam zum Kochsalzmangel im Gehirn. Sein Herz blieb stehen. Erst nach acht Minuten fing es wieder an zu schlagen. Doch damit noch nicht genug. Klaus Häffner kam ins Nürnberger Südklinikum. Er war zuvor noch nie in einem Krankenhaus und wurde unruhig. Deshalb wurde er in die geschlossene Abteilung in den Norden gebracht. Dort verabreichte man ihm Haldol. Dieses kann Parkinsonsymptome auslösen, was bei Klaus Häffner prompt geschah. Er konnte nicht mehr gehen und hatte Probleme mit dem Sprechen. Mühsam musste er beides wieder lernen. Seinen Job konnte er nicht mehr ausüben und auch seine Ehe zerbrach an der Krankheit. Es war an der Zeit für ihn ein neues Lebenskapitel aufzuschlagen. So ging Häffner zurück in seine Heimatstadt Weißenburg. Dort ist er seitdem als Berater in kulturellen Fragen tätig. Mit Erfolg. So hat er dem Bergwaldtheater wieder auf die Beine geholfen und ist Mitbegründer des Fränkischen Krimifestivals in Weißenburg. Zudem hat er einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Und auch in seinem Privatleben hat sich der jetzige Rentner nicht zurückgelehnt. Er ist wieder glücklich verliebt, in eine praktische Ärztin, die er noch aus Jugendtagen kennt. Heute ist er glücklich, verriet uns Klaus Häffner. Er hat gelernt zufrieden zu sein, nicht immer dem nächsten Event nachzujagen und im hier und jetzt leben zu können. Einst sei sein Lebensgrundsatz gewesen, dass man alles einmal mitgemacht haben müsse. Dass es so weit kommt, das habe er aber nicht gewollt.