Verkehrsraum teilen: Ingolstadt diskutiert über „Shared Space“

Ingolstadt (intv) In den Fachkreisen der Verkehrs- und Stadtplaner ist immer häufiger von „Shared Space“ die Rede. Auch in Ingolstadt. Aber was verbirgt sich hinter dem Gedanken eines „geteilten Raums“? Die Stadt Ingolstadt lud gestern Abend zu einem Informationsforum in den Konferenzraum des Stadttheaters ein. In einer offenen Diskussionsrunde wurden verschiedene Shared Space Projekte vorgestellt und diskutiert. Der Andrang war groß. Die Sitzplätze reichten am Ende nicht aus. Als Referenten waren Architekt und Städteplaner Jochen Baur aus München und der für die Stadtentwicklung in Duisburg zuständige Ekkehard John geladen. Grundgedanke von Shared Space ist es, den Verkehr in den Innenstadt- oder Wohnbereichen anders zu organisieren. Die Straße soll als Verkehrsraum für alle Verkehrsteilnehmer wieder mehr in den Fokus rücken. Laut Städteplaner Jochen Baur ist ein stadtverträglicher Verkehr das Gebot der Stunde. Als Beispiele dienten an diesem Abend unter anderem der Opernplatz in Duisburg und der Marktplatz in Fürstenfeldbruck. In beiden Fällen wurden stark befahrene Straßen zu Shared Space umfunktioniert. In diesen Straßenabschnitten sind die Verkehrswege der Fußgänger und Autofahrer einheitlich und barrierefrei gestaltet. Die Geschwindigkeit der Autofahrer passt sich den Fußgängern an und gegenseitige Rücksichtnahme ist oberstes Gebot.