Vergewaltigungsprozess neu aufgerollt

Ingolstadt (intv) Er soll seine Bekannte an einem Weiher zwischen Hundszell und Hagau vergewaltigt haben. Dieser Fall eines 35-jährigen gebürtigen Pakistaners sorgte für Schlagzeilen. Beim Prozess im Juli 2012 legte er ein Geständnis ab, das er allerdings wenig später widerrief. Am Dienstag wurde der Fall vor dem Landgericht Ingolstadt erneut aufgerollt. Der mutmaßliche Täter gab an, im Juli 2012 nur deshalb ein Geständnis abgelegt zu haben, weil er aufgrund seiner Vorstrafen Angst vor einer Sicherheitsverwahrung hatte. Nun schilderte er den Tathergang vollkommen anders. Er gab an, dass seine Bekannte damals die Initiative ergriffen hatte. Die sexuellen Handlungen gingen alleine von ihr aus, so der Angeklagte. Er habe zwar Nacktfotos gegen ihren Willen gemacht, sie aber nicht zu sexuellen Handlungen gezwungen. Die Vergewaltigungsvorwürfe seiner Bekannten hängen seiner Meinung nach mit der streng religiösen Einstellung der Familie zusammen. Er äußerte die Vermutung, dass sie so gegenüber den Eltern und ihrem Freund rechtfertigen wollte, dass sie keine Jungfrau mehr ist. Die Vorsitzenden zeigten sich heute überrascht über die neue Version des Tathergangs. Die Verhandlung wird am Donnerstag fortgesetzt.