Vergewaltigungsprozess fortgesetzt

Ingolstadt (intv) War es Vergewaltigung oder erhebt die junge Frau die schweren Vorwürfe nur, um den Verlust ihrer Jungfräulichkeit gegenüber ihren streng religiösen Eltern zu rechtfertigen? Was ist am 6. November 2011 an einem Weiher bei Ingolstadt wirklich passiert? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit das Landgericht Ingolstadt. Am zweiten Verhandlungstag war auch das 23-jährige mutmaßliche Opfer anwesend. Gleich zu Beginn der Verhandlung teilte die junge Frau den Vorsitzenden mit, dass sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen möchte. Die 23-Jährige hatte sich bei ihren Aussagen in der Vergangenheit in Widersprüche verwickelt. Um der Wahrheit ein Stück näher zu kommen, hat das Gericht Videos zur Rekonstruktion des Tathergangs begutachtet. Bei der anschließenden Analyse von E-Mails und anderen Nachrichten stellte sich heraus, dass die junge Frau bereits vor der mutmaßlichen Vergewaltigung eine Abtreibung hinter sich hatte. Das Dubiose: Die 23-Jährige hatte engen Kontakt zu einer angeblichen Freundin des Angeklagten. Es stellte sich allerdings heraus, dass sich der mutmaßliche Täter als diese Bekannte ausgegeben hatte. In einer E-Mail erzählte das Opfer ihrer angeblichen Freundin von der Vergewaltigung. Viele intime Informationen, die das Landgericht Ingolstadt in den nächsten Verhandlungen prüfen muss. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.