Urteilsspruch: Fünf Jahre und drei Monate Haft für Meißel-Attacke

Ingolstadt (intv) Die Anklage lautete auf versuchten Mord. Mit einem 44 Zentimeter langen Meißel hat Nicolai A. im September 2013 seiner Ex-Frau in Manching aufgelauert und mehrfach auf sie eingeschlagen. Das Motiv: er wollte sie dazu bewegen, zu ihm zurückzukommen und ihr Verhältnis zu einem anderen Mann zu beenden. Einen Mordversuch sahen die Richter am Landgericht allerdings nicht hinter der Tat, sie folgten der Forderung der Verteidigung, das Vergehen als gefährliche Körperverletzung einzustufen.

Fünf Jahre und drei Monate Freiheitsentzug halten die Richter für angemessen für die Vergehen von Nicolai A. Gefasst lauscht der Angeklagte dem Übersetzer, als das Urteil verkündet wird. Mit einem stoffumwickelten Meißel habe der Angeklagte die Schläge auf seine damalige Ehefrau gemindert. Als Tatbestand sahen die Richter deshalb gefährliche Körperverletzung, jedoch keinen Mordgedanken.

Straferschwerend kommt die, mittels Indizien nachgewiesene, Brandstiftung hinzu. Gut einen Monat vor der Meißel-Attacke habe der 53-Jährige das Auto seines Nebenbuhlers angezündet. Gesamtschaden: 10.000 Euro. Das Urteil, nichtsdestotrotz, ein klarer Erfolg für die Verteidigung, so Rechtsanwalt Jörg Gragert: „Es bleibt zwar noch die Frage, was mit der Brandstiftung war, aber insgesamt sehe ich das als großen Erfolg für die Verteidigung. Es war ja von Anfang an das Ziel, den Vorwurf des versuchten Mordes aus der Welt zu schaffen. Das ist uns gelungen. Meines Erachtens ist mein Mandant mit dem Urteil gut weggekommen, es wird sich zeigen, ob er das akzeptiert.“

Auch die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Nachfrage, in Ruhe abzuwägen, Rechtsmittel einzusetzen oder nicht. Zusätzlich zur Haftstrafe wurde die Unterbringung in einer Entzugsanstalt angeordnet.

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