Urteil im „Mops-Prozess“

Ingolstadt (intv) Beim Auftakt im Mopsprozess „Ronja“ Mitte März haben sich viele Hundeliebhaber vor dem Landgericht Ingolstadt versammelt, um ihre Solidarität auszudrücken. Schließlich leidet Mops Ronja unter Epilepsie, einem Wasserkopf sowie einer Hirnhautentzündung, im Laufe der Jahre sind knapp 5.500 Euro Tierarztkosten angefallen. Der Besitzer ist der Meinung, dass die Züchterin dafür verantwortlich ist und hat sie verklagt. Bei der Urteilsverkündung war es heute Vormittag wesentlich ruhiger.
Keine Schwanz wendelnden Möpse vor dem Landgericht, dafür ein klares Urteil. „Der Käufer bekommt die Hälfte des Kaufpreises zurück. Wegen des Gendefektes war der Mops für den Richter nur noch die Hälfte wert. Bezüglich der Tierarztkosten konnte der Richter aber kein Verschulden feststellen, deshalb musste die Züchterin auch nichts bezahlen“, so Landgerichtssprecherin Heike Linz-Höhne. Das bedeutet konkret: Die Züchterin muss 700 Euro an den Mopsbesitzer bezahlen, die Tierarztkosten bleiben ihr allerdings erspart. Der Grund: Die Züchterin wusste nichts vom Gendefekt des Hundes, als sie Ronja mit zwei Monaten verkauft hat, war noch keine Krankheit erkennbar. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig, beide Parteien können noch Berufung einlegen.