UNO ruft „Internationales Jahr der bäuerlichen Familie“ aus

Ingolstadt/Beilngries (intv) Lediglich 35 Prozent der Landwirtschaft im Landkreis Eichstätt sind Haupterwerbsbetriebe. Vor allem starker Zusammenhalt und Einsatzwille der ganzen Familie ist nötig, um mit einem Bauernhof seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2014 zum „Internationalen Jahr der bäuerlichen Familie“ ausgerufen. Die Familie Hundsdorfer gewährt Vertretern des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu diesem Anlass einen Blick hinter die Stalltür. Auf dem Hof von Juniorchef Stephan Hundsdorfer bei Beilngries dreht sich alles um die Kuh. Besser gesagt um rund 140 Kühe. Die Leistungsherde produziert etwa 7.000 Liter Milch pro Kuh im Jahr – und das vollautomatisch dank Melkrobotern. Der Hof der Hundsdorfers – einer der wenigen großen Milchproduktionen in der Eichstätter Region. Für den 28-jährigen Jungbauern Stephan Hundsdorfer liegt das vor allem am Milchpreis: „Das wird eher schlechter, muss ich sagen. Milchpreisspritze hatten wir vor einem halben Jahr, die Tendenz sieht aber so aus, dass der Milchpreis wieder nach unten geht und wir wieder mit niedrigen Milchpreisen zu kämpfen haben. Zurzeit liegen wir ungefähr bei 37 Cent pro Liter Milch.“

Die Familie Hundsdorfer gewährt Vertretern des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen Blick hinter die Stalltür. Hightech am Hof ist dem Diplomagraringenieur sehr wichtig. Den Strom für seine Maschinen bezieht er aus Photovoltaikanlagen. 2010 hat der 28-Jährige den elterlichen Betrieb zum Großteil übernommen, führt ihn bereits in der dritten Generation weiter: „Die Eltern haben bereits abgegeben an den jungen Betriebsleiter. Er hat für sich eine Vision, eine Vorstellung wie er den Betrieb in die Zukunft führen wird. Er bildet aus, hat junge Leute am Hof, die sich wieder mehr für Landwirtschaft interessieren. Ich denke so ein Betrieb in der Größenordnung mit dieser Ausrichtung wird nicht aussterben. Der wird noch in den nächsten Generationen bestehen bleiben“, da ist sich Else Greßmann, Leiterin des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sicher.

So spezialisiert Familie Hundsdorfer auf den Milchviehbetrieb ist, so vielfältig ist der Hof von Familie Bittlmayer in Enkering. Hauptpfeiler ihrer Produktion ist die Mutterkuhherde, die rund 50 Angusrinder umfasst. Das begehrte Fleisch wird auf Vorbestellung direkt vermarktet. Die Familie betreibt die Landwirtschaft im Nebenerwerb, ein stärker werdender Trend, denn etwa 2% der haupterwerblichen Landwirtschaftsbetriebe in Bayern müssen pro Jahr schließen. „Bei uns im Dorf haben die meisten aufgehört, weil es kleine Betriebe sind. Aber mein Mann hängt wirklich mit sehr viel Herzblut an der Rinderhaltung und deshalb haben wir etwas gesucht, das nicht ganz so arbeitsaufwendig ist, wie die Milchviehhaltung. Die Angusherde, gerade jetzt im Sommer, ist auf der Weide, die haben ihr Fressen und Trinken. Man muss halt nachsehen, ob der Weidezaun in Ordnung ist, aber es macht weit weniger Arbeit, weil vieles von alleine geht“, erzählt Claudia Bittlmayer. Neben dem Fleisch vermarktet die Familie seit 2011 eigene Produkte und die anderer Bauern in ihrem Hofladen. Ein weiteres Standbein, um als Landwirte ihre Existenz zu sichern.