Umstrittener Fund

Schamhaupten (intv) Als Rosi und Franz Gerstner im Jahr 2000 einen Steinbruch unweit von ihrem Ferienbauernhof eröffneten, hatten sie eigentlich nur eine Intention: Der Steinbruch sollte ein Ort sein, an dem sich Kinder und Familien aus Nah und Fern die Zeit vertreiben und gleichzeitig etwas lernen können. Von Kinder- und Familienfreundlichkeit kann heute aber leider keine Rede mehr sein. In der Mitte des Steinbruchs klafft ein gefährlich tiefes Loch, das durch Raubgräber entstanden ist. Viele haben von dem Archaeopteryx-Fund erfahren und wittern nun das große Geld. Der Sammler hat den Urvogel 2010 gefunden, ordnungsgemäß beim Landratsamt gemeldet und gleichzeitig als Kulturgut angemeldet. Franz Gerstner, der Besitzer des Steinbruchs, hat allerdings erst letzten Sommer von dem Fund erfahren. Er ist verärgert über die Vorgehensweise des Sammlers. Denn laut Platzordnung muss ein Fund im Wert von mehr als 5000 Euro zwischen Finder und Eigentümer aufgeteilt werden. Ein weiterer Streitpunkt: Der Finder möchte den Urvogel bei sich zu Hause behalten, Franz Gerstner will ihn einer großen Öffentlichkeit zugänglich machen. Auch der Landkreis Eichstätt als Pächter des Steinbruchs hat in der Sache ein Wörtchen mitzureden. Pressesprecher Manfred Schmidmeier betonte allerdings, dass er sich nicht zwischen die Parteien stellen möchte. Man sei zwar froh darüber, dass der Finder ehrlich war und den Urvogel gemeldet hat. Aus Sicht des Landkreises sollte der Archaeopteryx aber einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eines steht fest: Obwohl der Finder seinen Urvogel nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich machen will, hat der Archaeopteryx in den vergangenen Monaten bereits für jede Menge Aufsehen gesorgt.