Umstritten

Neuburg (intv) Bertoldsheim gehört zum Markt Rennertshofen. Ganz beschaulich und ruhig wohnen die Menschen hier in Donaunähe. Das Bayerische Umweltministerium hat die Flächen an beiden Donauufern ins Auge gefasst. Hier soll ein Rückstaubecken, ein sogenannter Flutpolder entstehen. Am Donnerstag hat der Landkreis Neuburg- Schrobenhausen im Umwelt- und Naturausschuss das erste Mal über dieses Thema beraten und diskutiert.

„Man ist fachlich nicht davon überzeugt, ob das die richtige Methode ist um die Hochwasserproblematik nachhaltig zu entschärfen. Wir als Landkreis sehen, dass sich der Markt Rennertshofen sehr stark belastet fühlt. Es ist eine Konzentration, die es anderswo nicht gibt.“, erklärt Alois Rauscher, stellvertretender Landrat Neuburg-Schrobenhausen.

Im Rennertshofener Ortsteil Riedensheim entsteht momentan bereits ein Polder. Das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt leitet die Planungen. Für den neuen Polder gibt es derzeit drei Varianten. Bei der südlichen Variante wäre der Markt Burgheim betroffen. Im Norden Marxheim und Bertoldsheim. Ein Flutpolder könnte ein Hochwasser der Donau bis nach Regensburg hinunter mildern, erklärt Christian Leeb vom Wasserwirtschaftsamt.

Die Gegner dieses Projekts sehen dagegen die Existenz der Menschen bedroht. Bei der Variante Nord wäre der Polder nur knapp 50 Meter vom ersten Wohnhaus entfernt. Landwirtschaftliche Flächen werden unbrauchbar. Außerdem befürchten die Polder-Gegner, dass bei einer Flutung das Grundwasser extrem ansteigt.

„Wir schauen uns das in einem Grundwassermodell sehr genau an und wägen dann mögliche Auswirkungen ab. Nur wenn die im Rahmen sind, kann der Polder gebaut werden. Die Fläche bei Bertoldsheim ist allerdings eine der wenigen Flächen, die entlang der Donau für so ein Projekt geeignet wäre.“, stellt Leeb fest.

Noch steht das Projekt ganz am Anfang. Es haben bereits mehrere „Runde Tische“ stattgefunden, bei denen alle Beteiligten gemeinsam über das Projekt diskutiert haben. Für die Gegner ist aber klar, für uns gibt es nur die Variante null. Und dafür kämpfen sie.