Über 100 Überstunden gutgeschrieben

Ingolstadt (intv) Bereits in 4. Instanz kämpfte ein ehemaliger Polizeibeamter, um seine vermeintliche Unschuld zu beweisen. Seit zwei Wochen lief der Revisionsprozess vor dem Ingolstädter Landgericht wegen Computerbetrug in vier Fällen. Der Angeklagte soll sich über 100 Stunden auf sein Zeiterfassungskonto gebucht haben, ohne sie jemals erbracht zu haben. Staatsanwalt Christian Veh ist von der Schuld des Angeklagten überzeugt und betonte dessen Uneinsichtigkeit, den Fehler endlich einzuräumen. Deshalb plädierte er heute vor dem Strafgericht auf ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Die Verteidigung hat hingegen den Freispruch des Angeklagten gefordert. Er habe alle Überstunden bei der Einführung des neuen Zeiterfassungssystems erbracht. Letztendlich fällte die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Konrad Kliegl ein milderes Urteil als im Berufungsprozess. 4.000 Euro Strafe und acht Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung, ein Strafmaß, dass dem 38-Jährigen wohl seinen Beamtenstatus und auf alle Fälle seinen Arbeitsplatz kosten werden.