Tumulte im Transitzentrum Manching: Abschiebelager in der Kritik

Ingolstadt (intv) Hunderte Flüchtlinge demonstrierten heute im Transitzentrum in Manching für bessere Lebensbedingungen. Geplant war das von der Regierung von Oberbayern nicht, sie wollte die Medienvertretern lediglich über die Situation und Räumlichkeiten auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne informieren, Das Transitzentrum gilt der CSU als Musterbeispiel der geplanten Ankerzentren. Die Flüchtlinge nutzten diesen Vor-Ort-Termin als Sprachrohr.

Sie bitten um Hilfe, versuchen den Termin im Bayerischen Transitzentrum für sich zu nutzen. Spontan demonstrieren die Flüchtlinge, wollen bessere Lebensbedingungen und nicht mehr im Lager, wie sie es selbst nennen, leben. Die Wünsche sind der Regierung von Oberbayern durchaus bewusst, allerdings ist ihr Handlungsspielraum bei vielen Themen begrenzt. Die Asylbewerber wollen zugewiesen werden, ihre eigene Wohnung, raus aus dem Zentrum und gerne selbst kochen.

Das neue Landesamt für Asyl soll hier in das Gebäude 60 kommen, davon versprechen sich die Verantwortlichen schnellere Verfahren, vor allem der Abschiebung und Rückführung. Und auch außerhalb des Zauns des Transitzentrums gab es Demonstrationen. Das Bündnis Lagerfreies Bayern setzt sich gegen Abschiebelager ein. Im Transitzentrum sind die Menschen, die eine geringe Bleibeperspektive haben. In Manching leben derzeit 1.100 Flüchtlinge, die meisten aus den West-Balkan-Staaten, der Ukraine, Afghanistan und Nigeria. Im Schnitt bleiben sie viereinhalb Monate, allerdings keine aussagekräftige Zahl. Manche sind auch schon seit eineinhalb Jahren  hier und warten auf eine Entscheidung.