Trotz Sonne satt durchwachsene Abschlussbilanz

Ingolstadt (intv) So richtig wissen die Festwirte nicht, ob sie zum kommenden Schanzer Herbstfest lieber für Regen oder für Sonnenschein beten sollen. Aufgrund der tropischen Hitze über Pfingsten blieben die Gäste auf dem Schanzer Pfingstvolksfest größtenteils aus. Extrem hohe Temperaturen fegten die Bierzelte leer, der Umsatz an Getränken hinkte den Zahlen des vergangenen Jahres deutlich hinterher. „Das war auch in der zweiten Woche nicht mehr aufzuholen“, rechnet Festwirt Lorenz Stiftl den Journalisten am Pressestammtisch vor. Insgesamt 64 Hektoliter wurden dieses Jahr weniger getrunken als 2013. Stiftl nimmt’s gelassen: „Das Wetter am Pfingstmontag und Dienstag war schon der Hammer. 35 bis 36 Grad, ich habe das selbst noch nicht so erlebt. Aber letztes Jahr hatten wir das andere Extrem, da war es zu kalt. Da hatte es am letzten Samstag acht Grad und diesmal war es einfach zu heiß. Das passiert einfach und wie ich immer so schön sage: ‚Das Wetter bestimmt unser Geschäft.‘ Das ist nunmal so, wenn man Volksfeste macht.“

Der Trend geht mehr zu alkoholfreien Getränken, was wohl auch der schweißtreibenden Hitze geschuldet sei, so Platzleiter Marcus Jaud. Durchweg alle Beteiligten, von Wirten über Schausteller bis hin zu den Betreibern der Fahrgeschäfte, lobten die gute Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften. Es war auch die Polizei, die an diesem Sonntagnachmittag die freudige Nachricht verkündete: „Ich bin jetzt seit fünf Jahren in Ingolstadt und zumindest in dieser Zeit war es das friedlichste Volksfest, das wir je hatten. Aus polizeilicher Sicht waren es ganz wenige Ereignisse und das ist ja insgesamt sehr positiv zu sehen“, betont Cölestin Weigert von der Polizeiinspektion Ingolstadt. Einziger Ausreißer war eine größere Schlägerei gestern Abend im Bierzelt:

„Gegen 23:15 Uhr sind sich, ja man kann fast sagen zwei komplette Tischbesatzungen in die Haare geraten und es endete dann in einer mittelgroßen Schlägerei. Von sechs Beteiligten konnten wir die Personalien feststellen“, berichtet Weigert.

Ein weiterer Trend zeichnet sich ab: auf dem Ingolstädter Pfingstfest wird wieder mehr gegessen: „Das liegt zum Einen daran, dass wir wieder mehr Familienpublikum mittlerweile haben. Die ganze Familie kommt, die Kinder bekommen etwas Süßes, natürlich, aber vorher wird gegessen. Davon profitieren natürlich wir hier, mit unserem gastronomischen Angebot. Und wir haben noch einiges wieder einholen können. Wir sind nicht ganz oben auf der metaphorischen Leiter, aber sagen wir mal auf der vorletzten Sprosse“, so Siegfried Schön, Vorsitzender des Schaustellerverbands Ingolstadt und Betreiber der Fischerhüttn.

Trotz Hitze also durchaus auch positive Meldungen. Andreas Pfeffer, Vize-Präsident des Landesverbands der Schausteller brachte es auf den Punkt: Die Ingolstädter bleiben ihrem Volksfest treu und kommen trotz der hohen Temperaturen doch zahlreich, andernorts waren die Volksfestplätze, so Pfeffer, wie ausgestorben. Doch für den Herbst wünscht sich auch er ein paar Grad weniger.